Ratgeber

VoIP: Eine Alternative zum Handy-Roaming

Urlauber können bei grenzüberschreitenden Telefonaten sparen
Von Björn Brodersen

Wer im Ausland telefonieren will, greift in der Regel zum eigenen Handy. Doch das kann wegen der so genannten Roaming-Entgelte, die die Mobilfunkbetreiber erheben, teuer sein. Auch die Nutzung des hoteleigenen Telefonanschlusses macht sich bei mehreren Telefonaten in der Regel in der Reisekasse unangenehm bemerkbar. Eine günstigere Alternative bietet die für die nomadische Nutzung ausgelegte Internet-Telefonie (VoIP): Hierbei ist der Reisende auch unterwegs immer unter einer Rufnummer erreichbar und muss zudem bei grenzüberschreitenden Telefonaten keine Roaming-Entgelte zahlen.

Teilweise sind Internet-Telefonate sogar kostenlos, wenn nämlich beide Gesprächspartner über ihren VoIP-Anschluss telefonieren und Kunden des selben VoIP-Anbieters sind. Allerdings muss man im Gegenzug deutliche Einschränkungen bei der Erreichbarkeit in Kauf nehmen. Wir zeigen Ihnen, was Sie für die Internet-Telefonie am Urlaubsort brauchen, wie viel Sie damit gegenüber dem Handyeinsatz im Ausland sparen können und welche Nachteile Sie erwarten.

Die Voraussetzungen

VoIP im Urlaubsort, Grafik: sipgate Mehr noch als zu Hause ist die Internet-Telefonie im Ausland etwas für erfahrenere Nutzer. Schließlich benötigt man neben dem VoIP-Anschluss und -Tarif eines der zahlreichen Anbieter noch die entsprechende Hardware wie etwa ein Laptop mit Telefonie-Software und Headset oder ein WLAN-Telefon. Mit diesen Geräten baut man am jeweiligen Urlaubsort eine Verbindung zu einem Breitband-Internetanschluss auf, zum Beispiel drahtlos an einem so genannten WLAN-Hotspot. Ein schneller Internetzugang mit einer ausreichenden Datenrate (ab 128 kBit/s im Upstream) ist notwendig, um eine befriedigende Gesprächsqualität zu erhalten; eine Online-Verbindung über ein analoges Modem (maximal 56 kBit/s) reicht dazu nicht aus.

Allerdings muss man die Möglichkeiten, am Urlaubsort online gehen zu können, oft erst suchen. Vor allem, wenn man für die mobile Internet-Telefonie ein WLAN-Telefon nutzt: Anders als mit einem Notebook kann man sich mit einem WLAN-Telefon nicht per Web-Interface durch Eingabe eines Benutzernamens und eines Passworts in einen WLAN-Hotspot einloggen. Zudem ist das Anmeldeverfahren an diesen drahtlosen Zugangspunkten nicht einheitlich. Man muss also notgedrungen anmeldefreie Hotspots finden - und das kann schwierig sein. Wer die Internet-Telefonie auf Reisen nutzen möchte, sollte sie zu Hause auch schon einmal ausprobiert haben, um später nicht an Konfigurationsproblemen oder anderen technischen Hürden zu scheitern.

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