Bußgelder

Handy am Steuer: Freisprechanlagen schonen die Urlaubskasse

Im Ausland drohen drastische Strafen für Telefonate im Kfz
Von Ralf Trautmann

Wer im Ausland mit dem Auto unterwegs ist und auf sein Handy nicht verzichten will, sollte sich vorher genau über die Regeln für die Nutzung am Steuer im jeweiligen Land informieren: Schon in Deutschland werden 40 Euro Bußgeld fällig, wenn das Gerät beim Autofahren zum Telefonieren in die Hand genommen wird, zudem erhält der Fahrer einen Punkt in Flensburg. Dies gilt auch bei Stopps mit eingeschaltetem Motor. Im Ausland kann es Handy-Nutzer allerdings weitaus schlimmer treffen: In einigen Staaten, vor allem in beliebten Urlaubsländern, werden sehr viel höhere Bußgelder fällig. Zudem müssen diese im Ausland oftmals an Ort und Stelle beglichen werden, bei Zahlungsunfähigkeit drohen empfindliche Konsequenzen.

Nur noch wenige Länder erlauben die "normale" Nutzung eines Handys am Steuer: In Schweden ist dies zum Beispiel prinzipiell nicht verboten, bei einer unsicheren Fahrweise oder gar einem Unfall drohen dem Handy-Nutzer aber empfindliche Strafen. Sollten Personen verletzt sein, können schnell mehrere tausend Euro fällig werden. Bußgelder für Handy am Steuer
Quelle: ADAC

Bestimmungen des jeweiligen Landes sollten genau beachtet werden

Die Höhe der Bußgelder variiert schon innerhalb der EU erheblich: So werden zum Beispiel in Griechenland bis zu 150 Euro Bußgeld fällig, in den EU-Neulingen Litauen und Lettland betragen die Bußgelder dagegen bisher nur "bis zu 12" beziehungsweise "bis zu 15 Euro". Außerhalb der Union kann es noch ein bisschen teurer werden: In Norwegen fallen sogar umgerechnet rund 165 Euro Bußgeld an. Werden die geltenden Bestimmungen nicht beachtet, kann also je nach Land die Urlaubskasse beträchtlich schrumpfen. Eine genaue Übersicht über die anfallenden Bußgelder finden Sie in einem weiteren Artikel.

Einen möglichen Ausweg bieten so genannte Freisprecheinrichtungen. Hier stehen drei verschiedene Lösungen zur Verfügung: Zum einen sind dies die klassischen Headsets, zum anderen spezielle Kfz-Freisprecheinrichtungen, wobei sowohl Plug-in-Geräte als auch fest eingebaute Modelle erhältlich sind.

Kann teuer werden:
Telefonieren am Steuer
Bild: dpa
Bei diesen Alternativen gilt jedoch: Auch hier sollten genaue Informationen über die Bestimmungen für Freisprechanlagen im jeweiligen Urlaubsland eingeholt werden. Die deutsche Rechtsprechung lässt großen Spielraum für mögliche Lösungen, daher ist zum Beispiel die Headset-Nutzung problemlos möglich. Dies gilt jedoch nicht für alle Staaten: So ist unter anderem nach spanischem Recht auch das Telefonieren mittels Headsets verboten. In Portugal ist sogar jegliche Nutzung des Handys im Auto untersagt, somit entfällt auch der Umweg über die Freisprecheinrichtung. In allen anderen europäischen Ländern ist die Nutzung von Headsets erlaubt, bei exotischen Reisezielen lohnt sich hingegen die explizite Nachfrage.

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