Umwelt

Ungehemmter Handyboom bedroht Menschenaffen im Kongo

Erz-Förderung für Handyproduktion zerstört Lebensraum der Tiere
Von dpa / Ralf Trautmann
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In den USA liegen nach einer neuen Studie des Worldwatch-Instituts eine halbe Milliarde ausgemusterter Handys herum. Der elektronische Müll werde ein immer größeres Problem, schreibt das Umwelt-Institut in seiner neuesten Ausgabe der Vital Signs, dem Bericht über weltweite Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialtrends.

Gleichzeitig bedrohe der weltweite Handyboom und die Unlust zum Recyclen die Menschenaffen in Afrika. Das für die Mikrochips in Handys notwendige Erz Coltan wird praktisch nur in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut. Dabei werden die Lebensräume der Menschenaffen zerstört. 46 Zoos haben deshalb nach Angaben von Worldwatch weltweit Recycling-Programme für Handys aufgelegt.

Im vergangenen Jahr wurden nach der Studie weltweit gut 815 Millionen Handys verkauft, 20 Prozent mehr als 2004. Der größte Markt ist der chinesische, wo jedes fünfte Mobiltelefon angemeldet ist. Insgesamt habe sich die Zahl der Handybenutzer innerhalb von fünf Jahren verdreifacht, auf 2,1 Milliarden in 2005. Ein Handy wird im Schnitt nach 14 Monaten ausgesondert.

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