Technik

Lösung für Systemstreit beim Handy-TV?

DXB will bestehende Standards harmonisieren

Für die Verbreitung von Handy-TV gibt es vielfältige Möglichkeiten. T-Mobile und Vodafone strahlen schon jetzt zahlreiche Programme über UMTS aus, MFD und debitel starteten mit Watcha [Link entfernt] das erste DMB-Angebot in Deutschland. DVB-H wird von allen vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreibern gemeinsam erprobt. Weitere Systeme wie MediaFlo und MBMS stehen bereits in der Warteschleife.

Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft warnten Experten davor, sich schon jetzt ein Fernseh-Handy zuzulegen. Noch nämlich ist es völlig unklar, welches der bisherigen Übertragungsverfahren sich schlussendlich durchsetzen wird. Selbst die UMTS-basierten Streaming-Sendungen könnten durch die MBMS-Technologie, die in den nächsten Jahren eingeführt werden soll, noch eine Zukunft haben.

Digital Extended Broadcasting (DXB) ist nun ein Ansatz, die bestehenden Systeme zusammenzuführen und zu harmonisieren. Dabei sollen die Sendungen IP-basiert übertragen werden. Auf den IP-Standard haben sich auch die meisten anderen Handy-TV-Übertragungssysteme festgelegt. Lediglich T-DMB nutzt nicht das IP-Protokoll. Dr. Ralf Schäfer, Abteilungsleiter Bildsignalverarbeitung beim Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, bezeichnete diesen Standard dann auch in seinem Vortrag auf dem Euroforum-Kongress zum Thema Mobile-TV in München als veraltet.

Ende des derzeitigen Systemstreits?

Mit DXB könnte so auch der Systemstreit, der sich zurzeit quer durch die deutschen Bundesländer zieht, beigelegt werden. Derzeit wird im Norden Deutschlands für das mobile Fernsehen eher der DVB-H-Standard favorisiert, während in Süddeutschland DMB bevorzugt wird.

DXB könnte IP-basiert auf dem DAB-Hörfunkstandard aufsetzen und als eDAB im VHF-Band III flächendeckend ausgestrahlt werden. Entsprechende Frequenzen stehen - eigentlich gedacht für den digitalen Rundfunk - bereits zur Verfügung. In Nordrhein-Westfalen ist - wie berichtet - ein DXB-Betriebsversuch geplant. Ein konkreter Zeitrahmen hierfür steht noch nicht fest. Auch Martin Gebler, Director Mobile Broadcast von BenQ Mobile, sieht in DXB eine Lösung für das mobile Fernsehen. Allerdings geht BenQ Mobile davon aus, dass dieser Standard nicht vor 2009 kommerziell eine Rolle spielt. Bis dahin rechnet der Handyhersteller damit, dass DVB-H sich gegenüber DMB durchsetzen wird.

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