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Frischer Wind für Linux auf dem Handy

Mobile Linux Platform Foundation will Linux-Standards etablieren
Von Marie-Anne Winter
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Microsoft ist bei Betriebssystemen im PC-Markt schier unerreichbarer Marktführer, am Mobilfunkmarkt beißt sich der Softwaregigant jedoch seit Jahren die Zähne aus. Zäh verteidigte der Marktführer unter den Handyherstellern, Nokia, das von ihm bevorzugte Symbian-Betriebssystem, das sich bei Smartphones durchgesetzt hat. Im vergangenen Jahr konnte Symbian deutlich zulegen. Allerdings räumte auch Symbian ein, dass sich der Wettbewerb mit konkurrierenden Smartphone-Betriebssystemen wie Microsoft Windows Mobile oder Palm OS und Linux verschärft habe. Nokia besitzt die überwiegende Aktienmehrheit an Symbian. Weitere Aktienanteilsnehmer sind unter anderem Sony Ericsson und Samsung.

Nun sollen die Karten neu gemischt werden: Eine Vereinigung aus Herstellern und Netzbetreibern um die Branchenriesen Motorola und Vodafone bläst zum Angriff auf die Platzhirsche Nokia und Microsoft. Wie das Handelsblatt berichtet, will die Mobile Linux Platform Foundation, der neben Motorola als Nummer zwei im Handygeschäft auch die Hersteller Samsung und NEC und Panasonic aus Japan angehören, Linux als Alternative zu bisherigen Handy-Betriebssystemen etablieren. Inzwischen gehört auch neben dem Netzbetreiber Vodafone auch Weltmarktführer Vodafone Japans Nummer eins NTT Docomo zur Linux-Initiative.

Linux soll gegen Wildwuchs helfen

Gemeinsames Ziel der Unternehmen ist es, ein einheitliches Betriebssystem für Smartphones auf der Basis des frei verfügbaren Betriebssystems Linux zu entwickeln. Das Projekt soll auch für weitere Mitglieder offen sein. Auch werde man weiterhin mit Microsoft oder Symbian zusammenarbeiten, wie ein Vodafone-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt erklärte. Jedoch könne eine einheitliche Linux-Plattform eine Menge des Wildwuchses im Markt für Betriebssysteme beseitigen. Erste Geräte auf der neuen Linux-Basis werden für 2007 erwartet.

Der Markt ist gigantisch: Fast eine Milliarde Mobiltelefone sollen 2006 weltweit verkauft werden. Mit dem Mobilfunkboom in China und Russland und Schwellenländern wie Indien ist ein Ende starker Zuwächse noch nicht abzusehen. Und all die neuen Geräte brauchen eine Basissoftware für den Betrieb. Bei einfachsten Geräten muss diese zwar nur grundlegende Telefonfunktionen und wenige Zusatzprogramme beherrschen und wird von vielen Herstellern selbst gestrickt. Ein gemeinsamer Standard könnte die Herstellungs- und Wartungskosten aber auch bei international eingesetzten Einfach-Modellen deutlich senken.

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