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RTL will DVB-T-Signal verschlüsseln

Terrestrische Verschlüsselung sei Konsequenz aus Sat-Verschlüsselung
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Auf Fernsehzuschauer kommen harte und vor allem teure Zeiten zu. Nach Angaben der Financial Times Deutschland (FTD [Link entfernt] ) will der Kölner Privatsender RTL noch in diesem Jahr drei neue gebührenpflichtige Spartenkanäle starten. Zudem soll auch das normale Programm der Sendergruppe verschlüsselt werden. Bislang war hier immer von einer Verschlüsselung des digitalen Satellitensignals gesprochen worden, die unter anderem vom SPD-Chef Kurt Beck scharf kritisiert wurden. Doch RTL will offenbar noch weiter gehen.

Gegenüber der FTD sagte Senderchefin Anke Schäferkordt, es sei nicht konsequent, einen von drei Verbreitungswegen unverschlüsselt zu lassen. Im Kabel ist das digitale Signal bereits grundverschlüsselt, per Satellit ist die Verschlüsselung geplant. In der Konsequenz bedeutet das, dass auch der dritte digitale Verbreitungskanal - DVB-T - verschlüsselt werden wird.

Abzuwarten bleibt, wie die Endkunden reagieren werden. Denn ein Großteil jener Kunden, die schon einen DVB-T-Empfänger zu Hause stehen haben, werden keine Möglichkeit haben, eine Smartcard in ihren Receiver zu schieben. Auch viele der derzeit in großen Elektromärken verkauften Sat-Receiver bieten keine Möglichkeit, eine Smartcard auszulesen. Auf diese Kunden kommen also erneut technische Umrüstungskosten zu - von einmaligen und monatlichen Freischaltungskosten abgesehen. Am Ende könnte dieser Umstand den klassischen Pay-TV-Anbietern zuspielen, die zwar ebenfalls bezahlt werden müssen, dafür aber ein werbefreies Programm bieten. Denn vermutlich werden auch andere Privatsender ihre Programme verschlüsseln.

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