Ratgeber

So telefonieren und sparen Sie mit dem Handy im Ausland

Die größten Kostenfallen, die wichtigsten Tipps
Von Björn Brodersen

Wer im Ausland wahllos zum Handy greift oder mit dem Handy ins Ausland telefoniert, kann von den Mobilfunkbetreibern gehörig zur Kasse gebeten werden. Schuld an den teuren Gesprächspreisen bei grenzüberschreitenden Handytelefonaten sind oft die so genannten Roaming-Kosten, die jetzt ins Visier der EU-Kommission gerückt sind. Im internationalen Roaming erheben die deutschen Mobilfunkbetreiber einen preislichen Aufschlag auf die Minutenpreise der ausländischen Netzbetreiber. Dennoch nehmen zur Urlaubszeit viele Leute ihr Mobiltelefon mit auf Reisen, um beispielsweise unterwegs unabhängiger die Angehörigen anrufen zu können oder im Notfall selbst erreichbar zu sein.

Ganz zu Hause lassen müssen Sie Ihr Handy allerdings nicht, denn wer einige Regeln beachtet und sich vor Urlaubsbeginn ausreichend informiert, kann die Probleme und Preistreiber einfach umgehen. Wir verraten Ihnen, welches die größten Kostenfallen beim Telefonieren mit dem Handy im Ausland sind, und geben Ihnen wichtige Ratschläge rund um den Handyeinsatz am Urlaubsort.

Ist Ihr Handy auslandstauglich?

Mobiltelefonieren im Ausland Die Frage, ob Sie Ihr Handy auch im Ausland zum Telefonieren benutzen können, stellt sich wegen des internationalen GSM-Standards eigentlich nur noch für USA- und Kanada-Reisende. Aktuelle Mobiltelefone unterstützen in der Regel zumindest die GSM-Frequenzbereiche von 900 MHz (D-Netz) und 1 800 MHz (E-Netz), Triband-Geräte auch noch den Bereich von 1 900 MHz. Nur ganz alte Modelle unterstützen lediglich den einen oder anderen Frequenzbereich. Wer nach Nordamerika reist, sollte im Besitz eines Quadband-Handys sein, das auch noch in dem dort vorhandenen GSM-Netz von 850 MHz funktioniert.

Besitzen Sie ein solches Handy nicht, brauchen Sie nicht gleich ein neues kaufen: Fragen Sie Ihren Mobilfunkanbieter nach einem geeigneten Leihgerät. Denken Sie außerdem daran, für ihr jeweiliges Mobiltelefon das passende Ladegerät und eventuell auch einen Adapter für die Steckdosen im Urlaubsland mit auf die Reise zu nehmen.

Die Wahl des Roaming-Netzes

Normalerweise bucht sich Ihr Handy im Landesgrenzbereich automatisch in das stärkste vorhandene Roaming-Partnernetz Ihres Mobilfunkanbieters ein. Sie können die Netzwahl allerdings auch manuell vornehmen. Dadurch können Sie teilweise günstiger im Ausland telefonieren, als wenn Sie sich auf die automatische Netzumbuchung verlassen. Voraussetzung ist, dass Sie sich vorher bei Ihrem heimischen Anbieter über die aktuellen Roaming-Tarife in dem entsprechenden Reiseland informiert haben. Die manuelle Netzwahl kann vor allem im Grenzbereich interessant sein, wenn das deutsche Mobilfunknetz noch verfügbar ist. So entstehen Ihnen keine Roaming-Kosten. Achten Sie bei Ihrer Rückkehr ins Heimatland darauf, dass Sie so frühzeitig wie möglich die geänderten Netzeinstellungen auf Ihrem Handy wieder rückgängig machen. EU-Kommissarin Viviane Reding

Findet Ihr Mobiltelefon im Ausland kein Netz, kann dies zwei Gründe haben: Entweder ist Ihre SIM-Karte nicht für den Auslandseinsatz freigeschaltet, oder Sie haben sich Ihren Urlaubsort in einer Region mit mangelnder Netzabdeckung ausgesucht. Nicht jedes Land verfügt über eine so gute Netzabdeckung wie Deutschland - hierzulande erreicht Sie eigentlich noch in der tiefsten Provinz das Signal eines Mobilfunknetzes. Die Freischaltung der SIM-Karte für das Auslands-Roaming kann man notfalls noch vom Urlaubsort aus über die Kunden-Hotline nachholen.

Die Welttarife der vier Netzbetreiber

Neben den normalen Roaming-Preisen bieten alle Netzbetreiber inzwischen auch überschaubare und starre Sondertarife für das Telefonieren im Ausland an: In der Regel gelten in den so genannten Welttarifen einheitliche Minutenpreise für ganze Ländergruppen. Teilweise werden Kunden inzwischen sogar gezwungen, im Ausland zu den Welttarif-Konditionen zu telefonieren - dabei bieten in vielen Fällen die herkömmlichen Tarife bessere Gesprächspreise als diese Spezialtarife. Vodafone bietet seinen Kunden allerdings zusätzlich das Reiseversprechen an, E-Plus will wie im vergangenen Jahr wieder eine Roaming-Aktion durchführen, die am 3. Juli beginnt. Wer sich häufig oder für einen langen Zeitraum in einem bestimmten Land aufhält, sollte überlegen, ob er sich nicht eine günstige Prepaid-Karte eines dortigen Mobilfunkanbieters zulegt.

Das internationale Rufnummernformat

Wenn Sie vom ausländischen Urlaubsort nach Deutschland telefonieren möchten, müssen Sie die bekannte Rufnummer vorab um die deutsche Landesvorwahl +49 ergänzen sowie die 0 der jeweiligen Ortsvorwahl auslassen. So würde zum Beispiel aus der im Inland gültigen Berliner Rufnummer 030 1234567 im Ausland die +49 301234567. Die selben Regeln gelten natürlich auch für die in Ihrem Telefonbuch abgelegten Nummern, sofern Sie diese im Ausland verwenden möchten. Daher ist generell das Speichern von Rufnummern im internationalen Format sinnvoll.

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