DSL-Alternative

Breitband via Satellit als flächendeckende DSL-Alternative

Dank Flatrates und neuer Technologien bleiben Kosten überschaubar
Von Ralf Trautmann

Doch das Problem liegt auf der Hand: Zwar bieten einige Provider auch Rückkanal-Flatrates, in der Regel werden durch eine ständige Verbindung mittels Telefonanschluss auf Dauer jedoch hohe Entgelte fällig, und das, obwohl die Leitung nur sporadisch für Anfragen an den Server genutzt wird. Daher haben einige Anbieter eine Methode entwickelt, die hier Abhilfe schaffen soll: Mit der so genannten KoppelPuls-Technik kann bei ISDN-Anschlüssen der Rückkanal für jeder Anfrage an den Server kurz aufgebaut und danach umgehend wieder beendet werden. Die Kosten betragen so nur einen Bruchteil der bei einer dauerhaften Verbindung anfallenden Entgelte. Eine solche Lösung ist jedoch leider nur über die ISDN-spezifische Technologie sinnvoll nutzbar, bei Zugang per Analog-Modem wären die Anwahlzeiten bei weitem zu lang.

Breitband via Satellit
Quelle: Anwendungshandbuch skyDSL
Der Rückkanal ist natürlich nicht nur über das Festnetz realisierbar: So kann die Verbindung zum Beispiel auch über mobile Geräte per GPRS oder UMTS aufgebaut wird. Vorteil hier ist die Abrechnung nach Datenvolumen statt nach Onlinezeit, der Rückkanal verursacht daher nur Kosten, wenn auch wirklich Informationen übertragen werden.

Uploadgeschwindigkeiten über das Festnetz in der Regel ausreichend

Zwar ist die Upstreamgeschwindigkeit sowohl per Festnetz als auch per Mobilfunk, zumindest mit GPRS, relativ gering, für Server-Anfragen nach Internet-Seiten jedoch in der Regel ausreichend. Ein Upload größerer Daten ist dagegen zeitraubend und somit bei Festnetzlösungen, falls keine Flatrate genutzt wird, vor allem sehr teuer. Zumindest bei der Geschwindigkeit sollte sich der Nutzer allerdings nicht täuschen lassen: Auch ein klassischer T-DSL 2000-Anschluss bietet lediglich 192 kBit/s Upload und ist somit im Vergleich zu ISDN mit Kanalbündelung nur unverhältnismäßig langsamer. Und wer Breitband-Internet nur per Satellit bekommen kann und bisher per Modem bzw. ISDN surfen musste, wird sich an den geringen Uploadraten kaum stören. Bei den Kosten kommen DSL-Nutzer allerdings vermutlich deutlich besser weg: Hier sind Flatrates bekanntlich mittlerweile Standard.

Ganz andere Upload-Geschwindigkeiten liefern dagegen die Varianten, die auch den Rückkanal per Satellit realisieren: Hier versprechen die Anbieter zum Teil eine Geschwindigkeit von mehreren Megabit pro Sekunde, eine solche Lösung schlägt dann auch mit über 2 000 Euro für die spezielle Hardware solcher Zwei-Wege-Systeme zu Buche. Rückkanal per Satellit
Quelle: tiscali.de

Theoretische und reale Download-Geschwindigkeit

Während einige Unternehmen für ihr Breitband-per-Satellit-Angebot Downloadraten im zweistelligen Megabit-Bereich anpreisen, bewegen sich diese bei anderen lediglich im Spektrum von mehreren hundert Kilobit. Ursächlich hierfür ist die Diskrepanz zwischen der theoretisch möglichen und der praktisch erreichbaren Downloadkapazität, die bei einem Breitband-Zugang per Satellit besonders groß ist. Eine genaue Hinterfragung solcher Angaben kann sich daher bei der Wahl des Anbieters als sinnvoll erweisen.

Die tatsächliche Geschwindigkeit wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: So ist zum Beispiel die Größe der Satellitenanlage ebenso ausschlaggebend wie das aktuelle Wetter. Zudem ist die Kapazität von Satelliten begrenzt: Die Übertragungsleistung wird auf die Nutzer verteilt, sollten also mehrere Kunden gleichzeitig einen Download anfordern, teilen sie sich die zur Verfügung stehende Bandbreite.

Doch auch der Anwender selbst hat Einfluss auf die Übertragungsgeschwindigkeit, denn einige Anbieter arbeiten mit einem System so genannter Prioritäten: Ein Kunde mit höherer Priorität wird hierbei beim Download vom Satelliten bevorzugt behandelt. Eine höhere Klassifizierung hat dabei natürlich auch ihren Preis, die höchste Priorität kostet oft ein vielfaches der niedrigsten. In der Regel kann diese vor jedem Download individuell festgelegt werden.

Zudem begrenzen manche Unternehmen den Downstream, um eine bestimmte Geschwindigkeit auch wirklich garantieren zu können.

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