Handy-TV

Mobiles Fernsehen kommt in die entscheidende Phase

Zahlreiche Bewerbungen in Berlin-Brandenburg auch für DVB-H eingegangen
Von Stefan Hagedorn
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Die Lizenzierungen für das so genannte Handy-TV gehen in immer mehr Bundesländern in die entscheidende Phase. So wurden in Sachsen, Thüringen, dem Saarland sowie dem Saarland und Berlin-Brandenburg Entscheidungen getroffen. In Schleswig-Holstein gingen fünf Bewerbungen im Rahmen der Ausschreibung ein, eine Entscheidung wird jedoch erst Mitte April erwartet.

Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH macht das Rennen

Im Saarland, Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen wurde der Veranstalter Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH (MFD) eine Lizenz für DMB-Ausstrahlungen erteilt. Das haben die zuständigen Landesmedienanstalten LMS (Saarland), SLM (Sachsen), TLM (Thüringen) und LfM (Nordrhein-Westfalen) beschlossen. Diese Zuweisung erfolgt im Rahmen eines länderübergreifenden Modellversuches für den direkten Konkurrenten DVB-H. Neben den monatlichen Abo-Kosten soll eine einmalige Freischaltgebühr fällig werden, um das aus vier TV- und zwei Hörfunkkanälen bestehende Programmangebot nutzen zu können. Ein Comedy- und Entertainment-Angebot soll in Zusammenarbeit mit der ProSiebenSAT1 Media AG entstehen. Ferner sind Kooperationen mit MTV im Bereich Jugend, Musik und Lifestyle sowie N24 für den Informationssektor vorgesehen. Auch mit dem ZDF soll es eine Kooperation geben.

Im Hörfunkbereich sollen das Programm bigFM2see, das u.a. Comedy, bundesweite Serviceelemente, Weltnachrichten sowie Musik aus den Genres Pop, Rock und Black Music beinhaltet, sowie das wortgetragene Programm Regiocast Digital mit Beiträgen zu kulturellen und sportlichen Ereignissen, Nachrichten, tagesaktuellen Informationen und Serviceelementen angeboten werden.

In Leipzig soll bereits zur Fußball-WM 2006 der Sendestart erfolgen, L-Band-Kapazitäten für DMB wurden auch in Dresden und in Chemnitz ausgeschrieben.

Fünf Bewerber in Schleswig-Holstein

Insgesamt fünf private Plattformbetreiber und Programmveranstalter haben sich um Kapazitäten im DMB-Standard in Schleswig-Holstein beworben. Nach Informationen der ULR gehören das Konsortium "big4" (Antenne Bayern, Hit Radio Antenne, Radio FFN und Radio FFH), Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD), Radio Starlet, Walk 'n Watch und Western Star zu den Bewerbern. Eine Entscheidung über die Lizenzierung soll am 19. April getroffen werden.

Sämtliche Projekte sind auf vorerst drei Jahre befristet, kann jedoch um zwei weitere Jahre verlängert werden.

Entscheidungen für Berlin-Brandenburg

Mit den Unternehmen Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) und Walk And Watch hat die MABB Berlin-Brandenburg zwei Betreiber für den Betrieb einer Handy-TV Plattform ausgewählt. Sollte einer der Antragsteller im Ballungsraum Berlin auf die Nutzung verzichten, könne der andere die Kapazitäten übernehmen, teilte die MABB mit. Die zwei ausgeschriebenen L-Band-Frequenzen auf DMB-Basis sollen den Plattformbetreibern in der Hauptstadtregion für sieben Jahre zugewiesen werden. Beide Anbieter planen, direkt mit dem regulären Angebot an den Start zu gehen. Dadurch sollen die zwingend notwendigen Investitionen in die technische Infrastruktur sowie die Verbreitung von Endgeräten alsbald refinanziert werden.

Für DVB-H haben sich zahlreiche Programmveranstalter beworben, darunter ProSiebenSAT1 Media AG, der Rundfunk Berlin-Brandenburg, PREMIERE und RTL interactive GmbH. Im Hörfunkbereich plant RTL Radio ein aus zehn Sendern bestehendes, unverschlüsseltes Bouquet. Ferner wollen beispielsweise auch OldieStar Radio, BB Radio, Kiss FM, BluRadio und big FM über DVB-H senden.Ein weiteres Paket will die RaS Radioservice Berlin GmbH mit zehn Pogrammen veranstalten.

Bereits seit Februar 2005 wird an den Standorten Alexanderplatz und Schäferberg DVB-H für den Großraum Berlin praxisnah erprobt. Perspektivisch soll bis zur IFA 2007 eine Markteinführung von DVB-H vorangebracht werden. Bei einer Akzeptanz der Zuschauer dürfte der derzeit genutzte Kanal nicht mehr ausreichen. Als mögliches Szenario gilt die Ausstrahlung von DVB-T und DVB-H Inhalten über eine Frequenz.

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