Handy-TV

Vodafone fordert einheitliche Regulierung für Handy-Fernsehen

DVB-H auf Landesebene gewünscht, besser noch auf EU-Ebene
Von ddp / Karin Müller

Der Mobilfunkbetreiber Vodafone fordert eine einheitliche Regulierung für Fernsehen auf dem Handy. Die Landesmedienanstalten müssten sich einigen, welcher der beiden Standards DVB-H oder DMB in Deutschland eingeführt werde, sagte Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen am Donnerstag in Hannover auf der Computermesse CeBIT. Besser noch sei eine Einigung auf europäischer Ebene. Nur dann würden die Preise für die Endgeräte auf absehbare Zeit sinken, weil entsprechend mehr Endgeräte verkauft würden.

Darüber hinaus habe Vodafone Schwierigkeiten, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, wenn es keinen einheitlichen Standard gibt, sagte Joussen weiter. Sollte es keine bundesweite Lösung geben, könnte ein Handynutzer zum Beispiel im Hamburg Fernsehen auf seinem Handy empfangen, nicht jedoch während des Urlaubs in Bayern, weil dort mit einem anderen Standard gesendet wird.

DVB-H-Standard favorisiert

Vodafone hat sich nach Angaben von Joussen bereits auf DVB-H festgelegt. DMB biete zu wenige Kanäle. Eine begrenzte Anzahl Programme lasse sich bereits heute über das UMTS-Netz ausstrahlen. Unklar sind bisher die Geschäftsmodelle für Fernsehen auf dem Handy. Während der Dienst bei der Übertragung über UMTS pro Tag, Sendung oder mittels Flatrate abgerechnet werden kann, fehlen bisher klare Strategien für DMB und DVB-H.

Voraussichtlich werde es ein Kanalmodell wie im Kabelfernsehen geben, sagte Joussen. Denkbar seien etwa Spartenkanäle und Premiumkanäle, für die der Nutzer neben einer Basisversorgung extra zahle. Außerdem werde das Fernsehen auf dem Handy interaktiv sein. Der Nutzer könne Szenen mit einem Klick wiederholen oder aus einem Werbespot heraus direkt das Produkt kaufen.