UMTS-Dienste

Verbreitung von UMTS-Handys ist nach wie vor gering

3G-Dienste erfreuen sich jedoch zunehmender Beliebtheit
Von Ralf Trautmann

Deutsche und britische UMTS-Nutzer bedienen sich multimedialer Dienste weitaus häufiger als Besitzer eines GSM-Mobiltelefons. Laut einer Studie des Analystenhauses M:Metrics, das Erhebungen über Mobilfunkkunden durchführt, erfreuen sich vor allem Mobile-Messaging, das Herunterladen von Klingentönen, Spielen und Hintergrundbildern sowie die Videofunktionen großer Beliebtheit. Daher sehen die UMTS-Anbieter zuversichtlich in die Zukunft, obwohl die Verbreitung sogenannter 3G-Handys nach wie vor relativ gering ist: In Deutschland nutzen erst 3,2 Prozent der Mobilfunkkunden das UMTS-Netz, in Großbritanien 7,7 Prozent, in den USA nur 1,9 Prozent. Nutzer der neuen Anwendungsmöglichkeiten sind bisher hauptsächlich technikbegeisterte Kunden, die auf neueste Funktionen und Dienste Wert legen.

UMTS-Nutzer sind besonders an Videofunktionen interessiert

Zwar verfügen bereits die heutigen Modelle der 2G-Reihe über eine ganze Palette von Multimediafunktionen, bei 3G-Modellen sind jedoch zum Beispiel die Videofunktionen weit ausgereifter. Zudem ist im UMTS-Netz der Versand gedrehter Filme dank hoher Übertragungskapazitäten weitaus attraktiver. Laut M:Metrics verschicken in Deutschland bereits über 9,8 Prozent der Nutzer eines 3G-Gerätes jeden Monat Videos, dreimal mehr als Besitzer von 2G-Handys. In Großbritanien nutzen 18,9 Prozent der UMTS-Kunden diesen Dienst. Auch der Abruf von Filmsequenzen erfreut sich zunehmender Beliebtheit, im vierten Quartal 2005 nutzten 107 000 deutsche und 404 000 britische Kunden die Möglichkeit des schnellen Downloads kurzer Videos.

Laut M:Metrics wird dieser Markt in Zukunft weiter wachsen: Die Studie ergab, dass sich 13-mal mehr UMTS- als 2G-Nutzer vorstellen können, Videos per Mobiltelefon abzurufen, in Großbritanien sind es neunmal soviele. Der selbe Trend ist beim Download von Klingeltönen zu verzeichnen: UMTS-Nutzer laden doppel so häufig neue Melodien auf ihr Handy wie Besitzer von 2G-Telefonen, bei Spielen sogar drei- bis viermal so oft.

Trotz der ausgeprägten Nutzung der neuen Multimediafunktionen konnten sich die innovativen Messaging-Dienste des UMTS-Netzes bisher allerdings nicht im Massenmarkt etablieren: Obwohl 3G-Handys mobile E-Mail- und Instant-Messaging-Funktionen bieten, bleibt auch bei UMTS-Nutzern der SMS-Versand der meistgenutzte Dienst. Laut Studie versenden Besitzer eines modernen 3G-Telefons sogar öfter Mitteilungen per SMS als GSM-Nutzer.

Die optimistische Einschätzung der M:Metrics-Studie deckt sich jedoch nicht unbedingt mit den Erhebungen anderer Analysten, die das Entwicklungspotential im UMTS-Markt zum Teil deutlich nüchterner sehen. Die bisher angebotenen UMTS-Dienste seien für die Kunden nicht attraktiv und zu teuer. Bis sich das 3G-Netz als Standard im Mobilfunkbereich etabliert, dürften anderen Meinungen zufolge noch einige Jahre vergehen.