Warnung

MMS schon millionenfach virenverseucht?

Fünf Prozent der MMS sollen einen Schädling mitführen
Von Christian Horn
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Im März des vergangenen Jahres war mit Commwarrior der erste Handy-Virus aufgetaucht, der nicht nur via Bluetooth die Handys der näheren Umgebung infizieren konnte, sondern erstmals in einer MMS versteckt sich auch über die Mobilfunknetze verbreiten konnte. Sicherheitsexperten hatten damals gewarnt, dieser neue Verbreitungsweg öffne einer globalen Verseuchung die Tür. Ein Bericht des amerikanischen Netzwerk-Sicherheitsspezialisten Fortinet gibt dieser Befürchtung nun neue Nahrung. Bei der Installation eines Virenfilters auf einem MMS-Gateway eines nicht genannten deutschen Mobilfunkbetreibers sei festgestellt worden, dass etwa fünf Prozent der Multimedia-Nachrichten mit Handy-Viren verseucht seien. Etwa ein Drittel der infizierten MMS habe den Virus Commwarrior.A, ein weiteres Drittel die Commwarrior.B-Variante enthalten.

Sollte die von Fortinet beobachtete prozentuale Verseuchung von etwa fünf Prozent der MMS-Nachrichten in etwa zutreffend sein, wären die multimedialen Botschaften inzwischen schon millionenfach virenverseucht. Im Jahr 2004 wurden in Deutschland geschätze 116 Millionen MMS versandt, bei einer Infektionsrate von fünf Prozent wären damit etwa 5,8 Millionen MMS mit Schädlingen infiziert. Die Fortinet-Meldung vom massiven Viren-Befall der MMS-Nachrichten wurde bislang zwar von anderen Sicherheitsunternehmen noch nicht bestätigt, jedoch sollte man vorsichtshalber, die für den E-Mailverkehr gültige Warnung, nur Anhänge von Nachrichten aus bekannter Quelle zu öffnen, nun auch beim Austausch multimedialer Botschaften mit MMS beachten.

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