Datenspuren

Datenschutz im Internet: Nicht alles verraten

Informationelle Selbstbestimmung in der Praxis
Von ddp / Marie-Anne Winter

Wer im Internet surft, hinterlässt fortwährend Spuren. Und spätestens wenn man etwas online bestellen will, kommt man um die Preisgabe einiger Daten nicht herum. Da klingt es beruhigend, dass jeder ein "Recht auf informationelle Selbstbestimmung" hat. Aber wie nimmt man dieses Recht in der Praxis wahr?

Der Datenschutz beginnt schon auf dem eigenen Computer. Browser wie Internet Explorer oder Firefox speichern beispielsweise in der Regel die zuletzt besuchten Seiten. Manche Websites behalten sie sogar samt Bildern auf der Festplatte. Und viele Webangebote möchten den Nutzer beim nächsten Besuch wiedererkennen und hinterlassen dazu kleine Dateien, genannt "Cookies". Deren Inhalt bleibt für einen menschlichen Leser normalerweise unverständlich, auf jeden Fall ist aber die Website abzulesen, die den Cookie gesetzt hat.

Welche Internetseite welche Daten auf dem eigenen Rechner gespeichert hat, wird in der Regel in den Optionen oder Einstellungen des Browsers angezeigt. Schon mit diesen Informationen lässt sich für einen unbefugten Nutzer des Computers manches herausfinden. Erst recht aus Angaben in Formularfeldern, die durch den Browser automatisch ergänzt werden.

Um möglichst viele Probleme dieser Art auf einmal zu beheben, sind spezialisierte Programme auf dem Markt. Sie löschen solche Daten und das oftmals gleich so, dass sie nicht mit Hilfe einer anderen Software wiederhergestellt werden können. Eine Übersicht bietet unter anderem www.cachecookiecleaner.com. [Link entfernt]

Virtuelle Daten-Mixer

Aber nicht nur auf der eigenen Festplatte wird das Surfverhalten gespeichert. Sobald ein Computer online geht, bekommt er eine eindeutige Kennziffer zugewiesen, die so genannte IP-Adresse. Jede Seite, die aufgerufen wird, erfährt diese Adresse. Nur so finden die Daten den Weg durchs Internet bis zum Computer des Internetsurfers. Zwar kann der Besitzer einer Website aus dieser Kennziffer nicht den Namen des Surfenden ermitteln. Das kann aber im Fall der Fälle der Anbieter des Internetzugangs (der Internet Service Provider, kurz ISP), wenn es beispielsweise um polizeiliche Ermittlungen geht. Kombiniert mit den Informationen des Webseitenbetreibers ergibt sich ein detailliertes Bild.

Völlige Anonymität ist im Internet kaum zu erreichen. Eine Möglichkeit ist der Service AN.ON, die vom "virtuellen Datenschutzbüro" empfohlen wird. Hier wird zwischen den Internetnutzer und die aufzurufende Internetseite gleich eine ganze Reihe von Computern geschaltet, "Mixe" genannt. Die Daten der Nutzer werden verschlüsselt über diese Zwischenstationen transportiert, was letztlich die Zuordnung eines einzelnen Datenstroms zu einem Nutzer unmöglich machen kann.

Die Initiatoren des Projektes an der Technischen Universität Dresden weisen aber darauf hin, dass die maximale Sicherheit noch nicht gewährleistet ist. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen alle Anbieter eines Mixes unabhängig geprüft werden, ob sie beispielsweise tatsächlich keine Daten speichern oder mit anderen Mix-Betreibern austauschen.

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