Ausbau

Kabelinternet für Norddeutschland

Kabel Deutschland baut sein Kabelnetz rückkanalfähig aus
Von Björn Brodersen

Kabel Deutschland (KDG) baut sein Kabelnetz in Norddeutschland rückkanalfähig aus. Bis zur kommenden Fußball-Weltmeisterschaft tauscht der Kabelnetzbetreiber dazu im Großraum Hamburg, in Schleswig-Holstein, Bremen, Braunschweig (in Kooperation mit Kabelcom Braunschweig), Lüneburg und Greifswald sowie außerdem in weiteren Teilen Leipzigs und Meißen in rund 15 000 Verteilerkästen die Verstärker aus. Der Anbieter ermöglicht dadurch rund zwei Millionen Kunden den Zugang zum Internet und das Telefonieren über das TV-Kabel. Einige Kunden in Lübeck und Greifswald sollen dadurch erstmals die Möglichkeit eines Zugangs zu Breitband-Internet erhalten, da sie in DSL-freien Gebieten leben. Bereits rückkanalfähig ist das KDG-Netz in Rheinland-Pfalz und Saarland sowie in 15 weiteren Städten wie beispielsweise Berlin, München und Kiel. Rund 3,7 Millionen Haushalte haben derzeit die Möglichkeit, Internet und Telefonie über das Fernsehkabel zu nutzen.

In seinem Verbreitungsgebiet bietet Kabel Deutschland sein VoIP-Produkt Kabel Phone und den Internetzugang in vier Tarifpaketen an. Beispielsweise steht das Tarifpaket Comfort, das neben dem VoIP-Anschluss einen Internetzugang mit 2,2 MBit/s im Downstream und einem Flatrate-Tarif enthält, für 29,90 Euro pro Monat zur Auswahl. Mit dem schnellsten Anschluss dagegen, der Flat Premium, surfen die Nutzer mit bis zu 8,2 MBit/s im Downstream für 49,89 Euro pro Monat. Bei Bestellung der Tarife Flat Professional und Flat Premium vor dem Jahreswechsel entfällt für Neukunden das Bereitstellungsentgelt für den Anschluss von 99 Euro, das Kabelmodem erhalten die Kunden gratis.

Der alleinige Telefonanschluss über das Fernsehkabel, Tarif Basic 24, kostet 15,90 Euro Grundentgelt im Monat, für einen Aufpreis von 2,99 Euro gibt es 500 Freiminuten ins deutsche Festnetz. Ohne ein Inklusivminutenpaket kostet eine Minute ins deutsche Festnetz 1,5 Cent rund um die Uhr. KDG-Kunden erhalten zwei Telefonleitungen und zwei Rufnummern mit der ortsüblichen Vorwahl. Wer möchte, kann seine alte Telefonnummer portieren und weiterverwenden. Untereinander telefonieren die Kunden wie in anderen VoIP-Angeboten auch kostenlos. Den nötigen Telefonadapter im Wert von 99 Euro bekommen KDG-Neukunden zurzeit ebenfalls kostenlos.

Eigentümerwechsel ist beschlossene Sache

Außerdem ist der Eigentümerwechsel bei Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber perfekt. Die Anteile der bisherigen Miteigentümer Apax Partners und Goldman Sachs Capital Partners übernimmt Providence Equity. Damit hält der Finanzinvestor nun 95 Prozent der Anteile. Mit dem Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2006 gerechnet. Wie hoch der Kaufpreis ist, wurde nicht bekannt. Providence will den Expansionskurs von Kabel Deutschland vorantreiben und das Triple-Play-Angebot ausbauen.