Internet per Funk

WiMAX als Alternative zum DSL-Anschluss

Als reine Internet-Lösung noch zu teuer
Von ddp / Marie-Anne Winter

Die Basisversion des WiMAX-Breitbandanschlusses der DBD-Marke Maxxtelekom kostet knapp 34 Euro. Dafür erhält der Kunde eine Datenübertragungsrate von 1,5 Megabit pro Sekunde (MBit/s) für das Herunterladen von Daten aus dem Netz und 320 Kilobit pro Sekunde (kBit/s) für das Hochladen. Damit ist die WiMAX-Lösung von Deutsche Breitband Dienste deutlich leistungsfähiger als der Basis DSL-Anschluss der Deutschen Telekom. Der Upload ist mehr als doppelt so schnell, der Download immerhin um 50 Prozent.

Hinter der maximalen DSL-Bandbreite von zurzeit 6 MBit/s bleibt das WiMAX-Angebot allerdings noch zurück. Privat- und Geschäftskunden erhalten maximal 3,5 MBit/s für 44 Euro im Monat. Enthalten ist in den Tarifen jeweils auch eine Flatrate fürs Surfen im Internet. Die Telefongebühren kommen jedoch noch hinzu.

Als reine Internet-Lösung noch zu teuer

Als reine Internetlösung ist die WiMAX-Lösung von DBD damit deutlich teurer als ein DSL-Anschluss. Attraktiv wird die Funktechnik erst dann, wenn der Kunde seinen Festnetzanschluss abschafft. Allerdings ist er in diesem Fall zum Telefonieren auf die Tarife von Maxxtelekom [Link entfernt] festgelegt. Call by Call funktioniert nicht mehr.

Für ein Ortsgespräch berechnet das Unternehmen 1,5 Cent in der Minute, für Ferngespräche 2,5 Cent. Call by Call ist je nach Tageszeit mitunter deutlich billiger. Vergleichsweise teuer sind Auslandsgespräche. Nach Großbritannien telefoniert ein WiMAX-Teilnehmer für 4,5 Cent. Mit einem Call-by-Call-Anbieter ist das selbst tagsüber für weniger als ein Drittel dieses Preises zu haben. Länder wie Peru und Kolumbien sind mit 1,36 Euro pro Minute extrem teuer. Anwender sollten deshalb die eigenen Telefon-Gewohnheiten abwägen, bevor sie den Festnetzanschluss kündigen.

Bisher ist WiMAX eine Nischen-Technik für Gebiete, in denen noch kein DSL verfügbar ist. DBD hat zum Start des Netzes in Pankow allerdings versprochen, innerhalb von 18 Monaten ganz Berlin zu versorgen, also auch die Bezirke, in denen es bereits jetzt Breitband-Internet über das Telefonkabel gibt.

Interesse auch bei anderen Anbietern

Voraussichtlich steigen jedoch auch weitere Unternehmen in den neuen Markt für drahtloses Internet ein. Arcor startet am 7. Dezember ein WiMAX-Pilotprojekt in Kaiserslautern. Der wichtigste Telekom-Verfolger sieht WiMAX nach eigener Darstellung jedoch eher als Technik für ländliche Regionen. Die Telekom-Festnetztochter T-Com testet WiMAX ebenso. Entscheidungen über eine kommerzielle Verwendung der Technik werden nach Aussage eines Sprechers jedoch frühestens im kommenden Jahr fallen.

1 2