mobile Post

Die E-Mail-Dienste der Netzbetreiber

E-Plus- und o2-Kunden können zum Pauschaltarif mailen
Von Volker Schäfer /

Stand bei der Einführung des GSM-Mobilfunks vor inzwischen mehr als zehn Jahren das Telefonieren im Vordergrund - selbst den Austausch von SMS-Botschaften beherrschten die ersten Handys nicht - so haben die Netzbetreiber inzwischen zahlreiche Dienste eingeführt, mit denen sie neben der Telefonie vor allem Geld verdienen wollen.

Zu einem der interessantesten Features hat sich die Möglichkeit entwickelt, mobile Datendienste zu nutzen. Die Vision eines mobilen Büros wird somit zur Realität, da dank der Handynetze fast an jedem Ort ein Internet-Zugang zur Verfügung steht, mit dem man bei Bedarf auch E-Mails verschicken und empfangen oder auch auf Firmen-Netzwerke zugreifen kann.

Waren die Online-Zugänge bis vor einiger Zeit auf eine Datenrate von 9,6 kBit/s beschränkt, so erreichte man heute dank UMTS DSL-light-ähnliche Datenraten. Mit der Einführung von HSDPA wird sich die Performance im kommenden Jahr noch weiter verbessern.

Einer der Hauptanwendungsfälle für den mobilen Zugriff auf das World Wide Web ist die Möglichkeit, E-Mails zu verschicken und zu empfangen. Bescheidene Anfänge hierfür gab es schon vor einigen Jahren. Damals konnte man kurze Texte per SMS empfangen und auch versenden, wobei auch der Empfang kostenpflichtig war. Die Absender mussten die Mail an eine spezielle Adresse schicken, die direkt auf dem Server des Netzbetreibers oder Providers landete.

Eine Alternative war die Abfrage eines bestehenden POP3-Postfachs über den mobilen Internet-Zugang. Allerdings ist es durchaus mit nicht unerheblichen Kosten verbunden, wenn man beispielsweise ahnungslos Mails mit größeren Dateianhängen herunter lädt oder sein E-Mail-Postfach abfragt und gar keine Post eingegangen ist. Die Gebühren für die Einwahl ins weltweite Datennetz sind "weg".

Inzwischen bieten die Netzbetreiber eigene E-Mail-Dienste an, teils in Zusammenarbeit mit Fremdfirmen, aber auch auf Basis der eigenen Multimedia-Portale. Dabei gibt es sowohl Angebote für Privatkunden, als auch für professionelle Anwender. Die Preise für die mobile Datenübertragung haben sich in den letzten Jahren auch immer weiter reduziert, so dass das mobile Mailen durchaus auch für Privatanwender bezahlbar ist.

E-Mail-Dienste von T-Mobile

T-Mobile hat seine eigene E-Mail-Marke "T-E-Mail" vor einiger Zeit aufgegeben. Dennoch bietet auch die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom nach wie vor E-Mail-Dienste an. Schon seit mehr als zwei Jahren gibt es den Blackberry des kanadischen Herstellers RIM bei dem Bonner Telekommunikationskonzern.

Blackberry gibt es für Privat- und Geschäftskunden. Das Privatkunden-Angebot umfasst einen E-Mail-Pushdienst für bis zu zehn POP3- oder IMAP4-Postfächer. Der Service kostet 17,40 Euro im Monat und beinhaltet bereits die Kosten für bis zu 5 MB Datentransfer. Das reicht in den meisten Fällen aus, da Blackberry die elektronische Post stark komprimiert und auch zunächst nur die ersten 2 kB einer Mail auf den Handheld überträgt. Erst wenn man im Text nach unten scrollt, wird sukzessive der Rest nachgeladen. Wer dennoch mehr Datenvolumen benötigt, kann Blackberry aber auch mit einer der anderen T-Mobile-Datenoptionen kombinieren.

Für Geschäftskunden bietet T-Mobile Blackberry Enterprise an. Wer einen entsprechenden Server besitzt, kann damit E-Mails, Kalender- und Kontakt-Daten, Aufgaben und Notizen in Echtzeit zwischen dem Firmenserver und dem Handheld synchronisieren. Der Einstiegspreis für Blackberry Enterprise beträgt ebenfalls 17,40 Euro im Monat. Dazu kommen allerdings die Kosten für die Server-Einrichtung.

Blackberry ist zum einen mit speziellen Handhelds nutzbar, die von RIM hergestellt werden und auch als Mobiltelefon und Organizer genutzt werden können. Alternativ ist Blackberry auch als Software-Lösung unter anderem für den MDA III und den Nokia Communicator 9300 verfügbar.

Sidekick II für Privatkunden

Eine Alternative ist der Sidekick II des kanadischen Anbieters Danger, den T-Mobile in Deutschland seit Juni anbietet. Der Sidekick II bietet ebenfalls einen E-Mail-Pushdienst an. Vorteil gegenüber dem Blackberry ist die Möglichkeit, mit verschiedenen Adressen auf eingehende Mails zu antworten. Nachteil ist, dass neben der internen Adresse des Geräts nur maximal drei weitere POP3- oder IMAP4-Postfächer abgefragt werden können. Eine Firmen-Lösung gibt es nicht.

Zur Nutzung des Sidekicks II muss zu einem bestehenden Vertrag die Option Sidekick Data hinzugebucht werden. Diese kostet 15 Euro im Monat und beinhaltet auch den E-Mail-Pushdienst. Bis zum Jahresende 2006 ist auch der komplette Datentransfer im Preis inbegriffen. Ab Januar 2007 kann das Inklusivvolumen auf 30 MB im Monat begrenzt werden.

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