Telefonkosten

Die Wahl der Rufnummer für den VoIP-Anschluss

Entscheidung betrifft vor allem den Bekannten- und Freundeskreis
Von Björn Brodersen

Die Internet-Telefonie (VoIP) hat die Telefonlandschaft gehörig verändert. Sie verspricht den Anwendern nicht nur günstigere Verbindungspreise, sondern auch mit der Möglichkeit der nomadischen Nutzung. Theoretisch kann man einerseits überall auf dem Globus über das Internet zum Ortsnetztarif telefonieren und ist dabei andererseits unabhängig vom jeweiligen Aufenthaltsort unter einer anschlussbezogenen Rufnummer erreichbar. Ein Berliner kann so unter einer Münchener Rufnummer in Los Angeles angerufen werden. Damit wird jedoch mit einer alten Regel gebrochen: Aus der herkömmlichen Rufnummer eines Telefonteilnehmers ließ sich bislang immer auf die geografische Lage schließen.

Nachdem die VoIP-Anbieter bereits angefangen hatten, herkömmliche Festnetz-Rufnummern unabhängig vom Wohnort des Kunden zu verteilen, schob der Regulierer dieser Praxis einen Riegel vor: Herkömmliche Festnetz-Rufnummern erhalten die Kunden auch von VoIP-Providern jetzt nur noch mit entsprechendem Ortsbezug. Besitzt ein Internet-Telefonie-Anbieter in dem gewünschten Ortsnetz kein Rufnummernkontingent, stehen den Kunden als neue Rufnummern alternativ so genannte Nationale Teilnehmerrufnummern aus der Gasse 032 oder eine mit der bundesweit einheitlichen Dienstekennzahl 0180 beginnenden ortsunbhängige Rufnummer zur Verfügung. Weitere Möglichkeit: Manche VoIP-Anbieter bieten auch die Portierung der bestehenden Rufnummer auf den VoIP-Anschluss an.

Ortsbezogene Rufnummern für den VoIP-Anschluss

Ortsbezogene Rufnummern beginnen mit einer Ziffer zwischen 2 und 9, der das Prefix 0 vorangestellt ist. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 5 200 verschiedene Ortsnetzkennzahlen. Diese Rufnummern können auch vom VoIP-Provider vergeben werden. Allerdings scheuen viele Anbieter vor den Beschaffungskosten für die Rufnummernblöcke zurück und bieten die Festnetz-Rufnummern nur in bestimmten Ortsnetzen an. Rufnummern aus allen deutschen Ortsnetzen bieten beispielsweise 1&1 und AOL an, der Provider sipsnip dagegen nur in Stuttgart und Hamburg. GMX und Tiscali wiederum verteilen gar keine neuen ortsbezogenen Rufnummern und schalten stattdessen eine Festnetz-Rufnummer auf den VoIP-Anschluss auf.

Vorteile eines VoIP-Anschlusses mit Festnetz-Rufnummer: Anrufer, die sich mit den unterschiedlichen Tarifierungen nicht auskennen, werden nicht durch eine unbekanntere Vorwahl irritiert und zahlen für das Telefonat den normalen Festnetztarif ihres Telefonanbieters - über die T-Com kann allerdings abhängig vom VoIP-Anbieter ein Interconnection-Zuschlag von 0,2 Cent pro Minute hinzukommen. Außerdem kann der Anrufer bei einem solchen Telefonat auf günstigere Call-by-Call- oder Pre-Selection-Angebote zurückgreifen. Beispielsweise haben der VoIP-Anbieter und der Call-by-Call-Anbieter PM2 Telecommunication GmbH sogar einen speziellen Tarif für Verbindungen zwischen ihren Kunden vereinbart.

Nachteil der ortsbezogenen Rufnummern für den VoIP-Anschluss: Der Anrufer erkennt nicht anhand der gewählten Rufnummer, ob er ein herkömmliches Festnetztelefon oder etwa ein IP-Telefon anruft und wo sich der Angerufene gerade befindet.

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