wach geküsst?

Primacom: Mit neuen Multimedia-Angeboten aus der Krise?

Internet-Telefonie und Pay-TV sollen Erträge verbessern
Von dpa / Marie-Anne Winter
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Mit Multimedia-Angeboten wie Internettelefonie oder Pay-TV über Satellit will der hochverschuldete Mainzer Kabelnetzbetreiber Primacom den Weg aus der Krise schaffen. Die Ertragschancen mit diesen modernen Kommunikationskanälen hätten nach dem Wechsel im Vorstand im vergangenen Jahr erst "wach geküsst werden müssen", sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Preuß heute auf der Hauptversammlung der Primacom AG in Mainz. Das Unternehmen wird nach wie vor von erheblichen Zinszahlungen für Kredite belastet. Im Juni 2004 waren die beiden Vorstandsposten neu besetzt worden.

Die Gesellschaft befindet sich laut Aufsichtsratsvorsitzendem Heinz Eble in "anhaltend kritischer Lage". Jedoch haben sich die Geschäfte nach Angaben des Vorstandsmitglieds Hans-Werner Klose seit vergangenen Sommer "besser entwickelt, als erwartet". "Die Akzeptanz digitaler Angebote steigt", sagte Eble. Große Hoffnungen setze die Primacom auf den Bezahlsender easy.tv, der in Deutschland diese Woche an den Start geht.

Die Primacom hatte 2004 einen Fehlbetrag von 113,5 Millionen Euro verbucht. Die Firma betreibt Kabelnetze und hat nach eigenen Angaben rund eine Million Kunden in Deutschland. Große Kosten verursacht auch ein schwelender Rechtsstreit mit der Hauptgläubigergruppe. Der Konzern hat rund 830 Beschäftigte.

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