Breitband

10 Millionen DSL-Kunden in Deutschland noch im 3. Quartal

DSL-Wettbewerb gewinnt weiter an Fahrt
Von Georg Stanossek

Die niedrigen DSL-Preise treiben die Anschlusszahlen in Deutschland in die Höhe. So gab es Ende Juni bereits mehr als neun Millionen DSL-Kunden in Deutschland. Sollte sich das Wachstum der Vormonate auch im Juli so fortgesetzt haben, dürfte schon im dritten Quartal dieses Jahres die 10 Millionen-Grenze überschritten werden. Das hat der Brancheninformationsdienst Portel.de in einer aktuellen Befragung der Anbieter von DSL-Anschlüssen in Deutschland ermittelt. Marktexperten hatten diese Zahl eigentlich erst für Ende des Jahres erwartet. Das Wachstum bei den Anschlusszahlen hat sich damit offenbar weiter beschleunigt. Die größten Gewinner hießen im zweiten Quartal Arcor (200 000), United Internet (1&1, GMX, Schlund & Partner) (190 000) und T-Online (182.000). Anderen Marktuntersuchungen zufolge lagen die DSL-Zahlen für Deutschland Anfang 2003 noch bei 3,2 Millionen, Ende März 2004 bei knapp 5 Millionen und Ende 2004 bei 6,7 Millionen DSL-Kunden.

T-Online-Anspruch: Markt- und Qualitätsführer

Die Telekom-Tochter T-Online International AG hatte kürzlich für das erste Halbjahr 2005 rund 477 000 DSL-Tarifkunden allein für Deutschland gemeldet. "Wir konnten unter anderem aufgrund unseres Jubiläumsangebots im Juli mehr als 130 000 DSL-Tarifkunden neu dazu gewinnen", sagte Rainer Beaujean, Vorstandsvorsitzender der T-Online International AG. Mit einem neuen Tarifsystem positioniert sich T-Online im Wettbewerb als Qualitätsanbieter und verspricht ihren Kunden höchste Internetqualität ohne versteckte Kosten oder technische Einschränkungen. Die eigene Zielvorgabe des Unternehmens: 50 Prozent der neu geschalteten T-DSL-Neukunden für T-Online gewinnen.

"Der Kunde wird zukünftig noch stärker darauf achten, was er für sein Geld wirklich erhält und wo er die attraktivsten Angebote bekommt, um z.B. Musik, Filme oder Spiele via Breitband zu beziehen", unterstreicht Unternehmenssprecher Martin Frommhold den Qualitätsanspruch von T-Online gegenüber Portel.de. In diesen Bereichen sei T-Online hervorragend aufgestellt. Der T-DSL-Boom halte an und werde durch die intelligente Vernetzung von Internet, Kommunikation und Entertainment noch forciert. "Unsere Zielsetzung dabei: die eigene Position als klarer Breitband-Marktführer zu untermauern und diese auch zukünftig erfolgreich zu monetarisieren."

NetCologne: DSL-Marktführer in Köln

Insbesondere in Großstädten wie Köln oder Hamburg machen immer häufiger die lokalen Anbieter der Telekom die Marktführerschaft streitig. Für die Kölner NetCologne beispielsweise war das erste Halbjahr 2005 außergewöhnlich erfolgreich. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung ist laut Geschäftsführer Werner Hanf insbesondere der Erfolg bei den schnellen DSL-Internetzugängen. Allein im ersten Halbjahr 2005 konnte NetCologne über 50 000 neue DSL-Anschlüsse aufschalten. "Damit haben wir in Köln die DSL-Marktführerschaft übernommen", kennzeichnet Hanf die Entwicklung. Er sieht auch künftig vor allem in den schnellen breitbandigen DSL-Internetzugängen ein enormes Wachstumspotenzial. Zum Jahresende plant NetCologne 241 500 Internetkunden mit einem Breitbandanteil von rund 80 Prozent.

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