Verwirrung

T-Com sperrte erneut United Mobile-Nummern

Internationale Prepaidkarte aus dem T-Com-Netz vorübergehend nicht erreichbar
Von Volker Schäfer

Im vergangenen Jahr sperrte die Telekom-Festnetzsparte T-Com die Anwahl liechtensteinischer Rufnummern im Vorwahlbereich 00423-663. Seinerzeit begründete der Bonner Telekommunikationskonzern die Maßnahme mit Dialer-Verkehr, der über diesen Rufnummernbereich abgewickelt wurde.

Betroffen von der Sperrung waren allerdings nicht nur Betreiber und - möglicherweise unbeabsichtigte - Nutzer der Dialer-Angebote, sondern auch Kunden von United Mobile [Link entfernt] . Dieses Unternehmen bietet internationale Mobilfunk-Prepaidkarten an, mit denen man Roamingkosten sparen kann. Allerdings kann man die Karten naturgemäß nur dann sinnvoll einsetzen, wenn sie für Anrufer problemlos erreichbar sind. Das ist freilich nicht gegeben, wenn die Karten aus vielen Netzen nicht oder nur mit Tricks erreichbar sind.

Im März diesen Jahres schaltete T-Com die United Mobile-Rufnummern nach langen Verhandlungen mit den liechtensteinischen Telekommunikationsbehörden wieder frei, doch in den letzten Tagen hören Anrufer erneut nur ein Besetztzeichen, wenn sie Handy-Anschlüsse von United Mobile oder deren Zweitmarke Riiing Mobile [Link entfernt] über das T-Com-Netz anrufen wollten.

T-Com hat die Sperrung wieder aufgehoben

Die T-Com-Pressestelle bestätigte gegenüber teltarif.de, dass die Anwahl des Rufnummernkreises erneut temporär gesperrt wurde. Man habe ungewöhnlich hohen Telefonie-Verkehr zu bestimmten Rufnummern mit der Vorwahl 00423-663 festgestellt, Gespräche mit den Telekommunikationsfirmen in Liechtenstein aufgenommen, um den Sachverhalt zu klären und parallel die Leitungen gekappt.

Wie sich herausstellte, wurde für bestimmte liechtensteinische Rufnummern, die im gleichen Vorwahlbereich wie United Mobile liegen, in Anzeigen geworben. Daraus resultierte der ungewöhnlich hohe Verkehr. Der teltarif.de-Redaktion ist den letzten Wochen zusätzlich aufgefallen, dass solche Nummern für Bestell-Hotlines von Teleshopping-Sendern genutzt wurden.

Inzwischen hat T-Com die Verbindung nach Liechtenstein wieder hergestellt. Dennoch stellt sich die Frage, ob man sich auf United Mobile-Karten verlassen kann, wenn man darauf angewiesen ist, zuverlässig erreichbar zu sein. Auch über verschiedene Call-by-Call-Vorwahlen sind die liechtensteinischen Handynummern nicht oder nur unzuverlässig erreichbar.

Versatel ändert Routing zu United Mobile

Jüngstes Beispiel neben T-Com ist Versatel, das bis vor zwei Wochen sehr schnell, zuverlässig und mit Rufnummernübermittlung zu United Mobile routete. Dann wurde die Verbindung gekappt und Gespräche zu den internationalen Prepaidkarten waren überhaupt nicht mehr möglich. Inzwischen funktioniert es zwar wieder, allerdings dauert der Verbindungsaufbau nun teilweise länger als 30 Sekunden und anstelle der Rufnummer des Anrufers wird eine russische Telefonnummer übertragen.

Problematisch ist die Nutzung von United Mobile-, bzw. Riiing Mobile-Karten aber auch, weil es zuweilen vorkommen kann, dass man im Ausland plötzlich ohne Guthaben dasteht, so dass keine Gespräche mehr möglich sind und man doch wieder zu einer Karte des Gastlandes oder zu seiner deutschen SIM greifen muss. Guthaben-Aufladungen über den deutschen United Mobile-Vertriebspartner GlobalSim klappten nämlich nach den Erfahrungen der teltarif.de-Redaktion und einiger Leser zuletzt nur noch sehr unzuverlässig und mit großer zeitlicher Verzögerung.