EU

Brüssel greift überhöhte Auslandsgebühren im Mobilfunk an (aktualisiert)

EU-Kommissarin will kommendes Jahr Regulierungsmaßnahmen einleiten
Von dpa / AFP / Thorsten Neuhetzki

Die Europäische Kommission hat die hohen Auslandsgebühren für Telefonate mit dem Handy kritisiert und den Netzbetreibern mit rechtlichen Schritten gedroht. Die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding sagte der Berliner Zeitung [Link entfernt] : "Gerade jetzt in der Reisezeit droht den Menschen eine böse Überraschung." Die Preise für Gespräche mit dem eigenen Handy im Urlaub seien "nach wie vor sehr hoch, ohne dass es dafür eine Rechtfertigung gibt".

Falls Unternehmen wie T-Mobile oder Vodafone die Gebühren nicht senkten, wolle sie im kommenden Jahr Regulierungsmaßnahmen einleiten. Bei den so genannten Roaming-Gebühren für die Nutzung ausländischer Mobilfunknetze gebe es kaum Transparenz. "Der Kunde kennt die Preise nicht", kritisierte Reding, "sogar Spezialisten blicken nicht mehr durch."

Mobilfunkanbieter wehren sich

Die deutschen Mobilfunkbetreiber haben unterdessen ihre Auslandsgebühren gegen die Kritik aus Brüssel verteidigt. Die Kosten für das so genannte Roaming, also den Einsatz von Handys im Ausland, seien nicht überhöht, sagten Sprecher der Konzerne T-Mobile in Bonn und Vodafone in Düsseldorf auf Anfrage von AFP.

Ein T-Mobile-Sprecher betonte dagegen, eine Regulierung aus Brüssel nutze niemandem: Weder den Kunden noch den Anbietern. T-Mobile stehe mit ausländischen Anbietern im ständigen Dialog, um niedrigere Preise für alle Kunden zu erreichen. Vodafone wie auch T-Mobile verwiesen auf neue Preismodelle wie das Reiseversprechen und Relax Holiday, die den Handyeinsatz im Ausland billiger machen sollen. "Das zeigt den funktionierenden Wettbewerb", sagte ein Vodafone-Sprecher.