Eingeschaltet

Telekom muss Antrag auf Linesharing-Erhöhung zurücknehmen

Unternehmen beugt sich damit der EU-Kommission
Von Thorsten Neuhetzki

Die Deutsche Telekom muss einen ihrer Entgeltanträge bei der Regulierungsbehörde zurückziehen. Damit reagiert das Unternehmen nach einem Bericht der Tageszeitung Die Welt auf ein Ultimatum der EU-Kommission. Diese hatte demnach die Preispolitik der Telekom bei DSL-Anschlüssen kritisiert und ein wettbewerbsrechtliches Verfahren angedroht.

Wie wir bereits Ende Mai berichteten, hatte die Telekom angekündigt, bei dem Vorleistungsprodukt Line-Sharing wieder zu ihren alten, bis 2004 geltenden, Konditionen zurückkehren zu wollen. Das hätte bedeutet, dass der Preis von 2,43 Euro auf 4,77 Euro monatlich gestiegen wäre. Zu der Absenkung war es ebenfalls nur gekommen, nachdem sich die EU-Kommission eingeschaltet hatte. Beim Line-Sharing überträgt ein alternativer DSL-Anbieter seine Daten im angemieteten hochfrequenten Bereich, während der normale Analog- oder ISDN-Anschluss des Kunden bei der Telekom bestehen bleibt. Zwei Anbieter nutzen also gemeinsam eine Leitung.

Wie die Tageszeitung heute weiter berichtet, muss die Telekom nun einen neuen Antrag in der Höhe von 2,43 Euro einreichen, dem die Regulierungsbehörde wohl zustimmen werde. Ein Manager äußerte sich gegenüber dem Blatt, dass die Telekom sich von Brüssel erpresst fühle. Die EU verkenne, dass der Wettbewerb in Deutschland äußerst hart sei.