Hintergrund

Ratgeber: Die Mobilfunk-Discounter im Vergleich

Alle Nutzer, vom Wenig- bis zum Vieltelefonierer, können sparen
Von Thorsten Neuhetzki

Spätestens seitdem simyo Ende Mai sein neues Prepaid-Angebot vorgestellt hat, überschlagen sich die Mobilfunk-Netzbetreiber und -Provider mit neuen, offenbar immer günstigeren Angeboten. Nahezu jeder Anbieter versucht, die Vorgabe von simyo zu unterbieten. Diese lautet: 19 Cent pro Minute zu jeder Zeit in alle Netze im 60/1-Takt bei kostenloser Mailbox. Beim einen Anbieter heißt es nun "18 Cent in alle Netze", die nächsten bieten 15 oder 14 Cent pro Minute und wieder ein anderer Anbieter wirbt mit 9,9 Cent pro Minute. Sogar die Festnetzpreise der T-Com soll es als Mobilfunktarif geben. Doch wie bei allen Angeboten hat auch hier jeder der Tarife seine kleinen Fallen, auf die der Kunde achten muss.

Wann "überholt" ein Tarif den anderen

debitel, mobilcom und simyo im Vergleich "Ab wann lohnt sich Tarif X gegenüber Tarif Y?" Diese Frage stellen sich viele Kunden, die sich zwischen verschiedenen, für sie interessante Tarife entscheiden müssen. Die teltarif-Grafik zeigt, dass die Angebote von simyo, mobilcom und debitel im Bereich um 100 Gesprächsminuten nur wenige Euro auseinander liegen. Davor und danach gibt es jedoch große Unterschiede. So kostet der mobilcom-Tarif bis zur 200. Minute immer 19,80 Euro, egal ob der Kunde telefoniert oder nicht. Ab der 201. Minute berechnet mobilcom seinen Kunden dann einen Minutenpreis von 39 Cent. Damit ist dieser Tarif ab etwa 300 Minuten im Monat deutlich teurer als die Angebote der Mitbewerber.

Aber auch simyo ist nicht immer der günstigste Tarif. Zwar muss der Kunde nichts zahlen, wenn er nicht telefoniert. Telefoniert er viel, zahlt er etwas mehr als beim Sommerhit-Tarif von debitel.

Die Grafik zeigt, was wirklich von den sogenannten Eye-Catcher-Tarifen zu halten ist. Zwar wirbt mobilcom damit, einen 9,9-Cent-Tarif anzubieten. Vergleicht man diesen mit nur drei anderen im Markt befindlichen Angeboten, wird deutlich, dass sich das Angebot nur dann lohnt, wenn der Kunde exakt zwischen 132 und 242,5 Minuten monatlich telefoniert. Telefoniert der Kunde mal mehr - oder weniger - ist der debitel-Tarif wieder günstiger, da dieser einen niedrigeren Mindestumsatz und einen niedrigeren Minutenpreis hat. Im Optimalfall - also bei genau 200 Minuten - ist mobilcom insgesamt 10,20 Euro günstiger als der Mitbewerber. Im ungünstigen Fall ist mobilcom hingegen mehr als doppelt so teuer.

Welcher Tarif für welchen Telefon-Typ?

Einige der Tarife lohnen sich nur für Vieltelefonierer, andere wiederum nur für Kunden, die wenig telefonieren. Und wieder andere lohnen sich nur dann, wenn man einen exakte Minutenzahl vertelefoniert. Davor und danach ist der Tarif entsprechend teurer. Und wie ist es mit dem Abrechnungstakt? Was kostet die Mailbox?

teltarif.de hat die zahlreichen Angebote unter die Lupe genommen und mit drei unterschiedlichen Telefonie-Typen untersucht, welcher Tarif sich wann für wen lohnt und was passiert, wenn der Kunde einen Monat deutlich mehr oder deutlich weniger telefoniert. Dazu haben wir verschiedene Profile erstellt, die in unterschiedlichen Monaten unterschiedliche Szenarien erleben. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, wohin die Gespräche geführt werden, sondern auch, in welchem Takt abgerechnet wird und was das Abrufen der Mailbox kostet. Am Ende steht für jeden Mobilfunktarif und Telefonie-Typ ein monatlicher Durchschnittspreis. Übrigens: In unserem Profilrechner kann jeder für sein individuelles Telefonier-Verhalten den für ihn idealen Tarif finden.

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