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Nokia 616 bietet mehr

Aktuelles Autotelefon des finnischen Herstellers im teltarif-Test
Von Volker Schäfer
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Autotelefone sind in den letzten Jahren aus der Mode gekommen. Während vor allem Geschäftskunden früher ihr Handy durch ein im Fahrzeug fest eingebautes Zweitgerät ergänzt hatten, um dort vor allem optimale Sende- und Empfangseigenschaften zu haben, werden in den letzten Jahren fast nur noch Freisprecheinrichtungen für die Handys verbaut. Oft verzichten die Handyfans sogar darauf und greifen auf einfache Headsets zurück. In einige Fahrzeuge wird inzwischen auch eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung eingebaut, an die man ein beliebiges Endgerät anschließen kann, das den drahtlosen Datenübertragungs-Standard unterstützt.

Festeinbauten gab es in den letzten Jahren vor allem von Nokia und Motorola. Bislang musste man hierfür eine zweite SIM-Karte, beispielsweise eine Twin- oder Multicard, einsetzen oder die Karte vom Handy ins Autotelefon umstecken und umgekehrt. Das aktuelle Nokia-Gerät, der "Profi-Funk-Kfz-Einbausatz" 616, wie das Telefon offiziell heißt, kann jedoch noch mehr. Das Nokia 616 kann sowohl mit eigener SIM-Karte betrieben werden, als auch als Bluetooth-Freisprecheinrichtung für Handys dienen.

Zwei Betriebsarten für Bluetooth-Nutzung

Nokia 616 Im Bluetooth-Bereich stehen sowohl das "Handsfree"-Profil, als auch das "SIM Access"-Profil zur Verfügung. Im Modus für das Bluetooth Profil "Handsfree (HFP)" funktioniert der Nokia 616 wie ein Kfz-Einbausatz, der auf ein kompatibles Mobiltelefon zugreift, mit der Betriebsart "SIM Access" funktioniert das Gerät dagegen wie ein Autotelefon, das auf die SIM-Karte in einem kompatiblen Mobiltelefon zugreift.

Das "Handsfree"-Profil kennt man von nahezu allen Bluetooth-Freisprecheinrichtungen. Hier ist für die Funktechnik weiterhin das Handy zuständig. Lediglich die Sprachübertragung erfolgt über den Kfz-Einbausatz. Im "SIM Access"-Profil dagegen greift das Nokia 616 auf die SIM-Karte eines hierfür geeigneten Mobiltelefons zu und übernimmt selbst die funktechnische Abwicklung. Das hat durchaus Vorteile. Zwar sendet das Nokia 616 im GSM 900-Bereich nur mit 2 Watt und nicht mehr - wie frühere Autotelefone - mit 8 Watt. Dennoch ist die Übertragung gerade in schwächer versorgten Gebieten deutlich besser als mit einem im Auto befindlichen Handy. Bei einer Testfahrt der teltarif-Redaktion im Westerwald konnten wir in einem schwach versorgten Ort mit einem Siemens C25 im Auto nicht mehr telefonieren, während das im gleichen Netz arbeitende Nokia 616 die Verbindung klar herstellte.

"SIM Access" bedeutet auch ein Maximum an Komfort. Im Gegensatz zu TwinCard-Lösungen muss man nach dem Einsteigen ins Auto das Handy nicht mehr aus- und das Autotelefon einschalten. Das Nokia 616 übernimmt automatisch die Funktionen des Handys, die Geräte werden nach der ersten Verbindung automatisch aneinander gekoppelt und nach Verlassen des Wagens auch wieder getrennt. Führt man beim Einsteigen ins Fahrzeug gerade ein Gespräch, so wird dieses automatisch an das Nokia 616 übergeben und man kann das Telefonat über die Freisprechanlage fortsetzen. Umgekehrt ist es möglich, ein über die Freisprecheinrichtung begonnenes Gespräch beim Verlassen des Autos über das Handy weiter zu führen.

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