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"FTD": Konsortien legen gemeinsames Angebot für Galileo vor

Entscheidung soll am 27. Juni fallen
Von AFP /

Die seit über zwei Jahren um den Zuschlag für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo konkurrierenden Konsortien iNavSat und Eurely legen nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" ein gemeinsames Angebot vor. iNavSat um den Raumfahrtkonzern EADS mit starker deutscher Beteiligung und Eurely mit den Konzernen Alcatel und Finmeccanica hätten den Antrag für einen gemeinsamen Vorschlag gestellt, sagte nach Angaben der "FTD" ein Sprecher des mit der Bieterauswahl beauftragten Unternehmens, das von der EU-Kommission und der Raumfahrtagentur ESA getragen wird. Das Angebot muss bis 20. Juni in Brüssel vorliegen. Am 27. Juni soll entschieden werden. Dabei geht es nach Angaben der "FTD" darum, ob der gemeinsame Vorschlag oder doch eines der Einzelangebote ausgewählt wird.

Weder das Konsortium iNavSat noch Eurely waren bei der ursprünglich für den 1. März geplanten Zuteilung zum Zug gekommen. Finmeccania-Präsident Pier Francesco Guarguaglini hatte daraufhin die Zusammenarbeit beider Konsortien vorgeschlagen. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) sprach sich bereits vehement gegen die Bildung eines Gesamtkonsortiums aus, weil dies seiner Ansicht nach zu einer Monopolsituation und damit letztlich zu Mehrkosten für den Steuerzahler führen würde.

Das Galileo-Projekt wurde von der EU und der europäischen Weltraumorganisation ESA initiiert und soll dem US-System GPS Konkurrenz machen. Der künftige Betreiber von Galileo erhält für 20 Jahre die Vermarktungsrechte des Systems, das ab dem Jahr 2008 eine breite Palette von Dienstleistungen rund um die satellitengestützte Ortsbestimmung anbieten soll.