Börse

Frankreich stößt Télécom-Aktien für mehr als drei Milliarden Euro ab

Staatsanteil an Ex-Monopolisten sinkt auf gut ein Drittel
Von AFP / Björn Brodersen

Unmittelbar nach Ablauf der jüngsten Haltefrist stößt der französische Staat Aktien des Telefonkonzerns France Télécom für weit mehr als drei Milliarden Euro ab. Der am Sonntagabend angekündigte Verkauf von sechs bis acht Prozent der französischen T-Aktien dürfte 3,4 bis 4,5 Milliarden Euro in die Staatskasse bringen. Der Aktienhandel wurde heute an der Pariser Börse zwei Stunden lang ausgesetzt; anschließend gab der Kurs zunächst fast zwei Prozent nach, bevor sich die Verluste am Mittag bei 22,54 Euro auf etwa 1,5 Prozent begrenzten. Wirtschaftsminister Thierry Breton, Ex-Chef von France Télécom, betonte, der Staat bleibe "mittelfristig ein bedeutender Aktionär" bei dem Konzern mit nunmehr 33 bis 35 Prozent des Kapitals.

Börsenhändlern zufolge galt für die zum Verkauf stehenden mindestens 152 Millionen Télécom-Aktien aus dem Staatsbesitz eine Preisspanne von 22,50 bis 22,85 Euro. Auf den Markt gebracht wurden die Anteilsscheine durch die Banken Société Générale und BNP Paribas aus Frankreich, die niederländische ABN Amro, die US-Bank Goldman Sachs und die Deutsche Bank. Nach Angaben eines Händlers hatten die Investoren den Verkauf erwartet, zumal der Staat Geld brauche.

Erst im vergangenen Herbst war der Anteil des französischen Staates beim Unternehmen unter die Marke von 50 Prozent gesunken. Damals hatte der Staat sich für 5,1 Milliarden Euro von mehr als zehn Prozent seines Aktienkapitals getrennt. Am Sonntag lief die dabei vereinbarte Haltefrist aus. Trotz des zunächst nachgebenden Aktienkurses verwiesen Analysten auf die relativ guten Aussichten für die Télécom-Anteilsscheine. Im Vergleich zu anderen Ex-Monopolisten stehe das Pariser Unternehmen beim Anstieg der Gewinne gut da, hieß es. Zudem habe das Unternehmen eine attraktive Dividende von 4,4 Prozent des Aktienpreises ausgeschüttet.