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VoIP mit ISDN: Die FRITZ!Box Fon WLAN 7050 im Test

Außerdem: Mit der FRITZ!Box netzübergreifend kostenlos telefonieren
Von / Volker Schäfer

Seit mittlerweile fast einem Jahr ist die FRITZ!Box Fon vom Berliner Hersteller AVM auf dem Markt und wurde im Laufe der Zeit immer weiter verbessert. Fehlten anfangs noch wichtige Funktionen, wie die Kontrolle der übertragenen Daten oder der Onlinezeit, bietet sie jetzt durch ständige Verbesserungen und Erweiterungen der Firmware Features wie kaum ein anderes Gerät. Unbestritten ist auch, dass die FRITZ!Box Fon einen großen Anteil daran trägt, dass das Telefonieren über das Internet immer populärer und unkomplizierter geworden ist.

Nachdem im vergangenen Jahr mit der FRITZ!Box Fon ata oder der FRITZ!Box Fon WLAN weitere Varianten auf den Markt gekommen sind, mit denen weitere Nutzergruppen angesprochen werden konnten, gibt es seit Kurzem endlich auch eine Version für Nutzer, die mit ihrem ISDN-Telefon oder ihrer ISDN-Anlage via Internet telefonieren wollen: Die FRITZ!Box Fon WLAN 7050. Diese konnten wir in den letzten Tagen ausführlich testen.

ISDN-Anlagen-Funktionen integriert

Nutzer früherer Versionen werden mit der FRITZ!Box Fon WLAN 7050 schnell zurecht kommen, denn äußerlich hat sich die Box nicht verändert - lediglich eine dritte analoge Nebenstelle und ein zusätzlicher Port mit der Aufschrift Fon S0 weist daraufhin, dass es sich hier um eine erweiterte FRITZ!Box handelt.

Am Fon S0-Port können ISDN-Telefone oder -anlagen angeschlossen werden, mit denen dann via Internet telefoniert werden kann. Besonders interessant ist dabei, dass mit der neuesten Firmware auch Interngespräche zwischen den an der FRITZ!Box angeschlossenen, analogen Telefonen und den ISDN-Geräten möglich sind. Auch Rückfrage und Makeln zwischen ISDN und Analog ist möglich, Gesprächsübergaben funktionieren derzeit zwar noch nicht, sind aber nach Aussagen von AVM für eines der nächsten Firmware-Updates in Planung. Damit weist die FRITZ!Box schon echte ISDN-Telefonanlagen-Eigenschaften auf.

Will man also von einem analogen Telefon ein ISDN-Telefon anrufen, muss dem ISDN-Telefon zuerst eine Rufnummer zugeteilt und anschließend in der FRITZ!Box diese Rufnummer mit einer Kurzwahl verknüpft werden. Dabei können derzeit allerdings nur acht Nummern verwaltet und erreicht werden. Dann wählt man die interne Nummer (R51 bis R58) und schon klingelt das entsprechende ISDN-Telefon. In die andere Richtung funktioniert das genauso einfach, indem die analoge Nebenstelle der FRITZ!Box nach zwei Sternen gewählt wird (**1 für Fon 1 an der Box).

Auch die Internet-Telefonie ist mit ISDN-Telefonen recht einfach. So kann der Nutzer auch beim ISDN-Telefon manuell auswählen, welcher VoIP-Anbieter für das folgende Gespräch genutzt werden soll. Ebenso ist die Wahl der abgehenden Festnetznummer über das Voranstellen eines Wahlcodes möglich. Der Unterschied zu den analogen Nebenstellen ist lediglich die Reihenfolge der Rufnummern oder VoIP-Anbieter. Während man bei den analogen Nebenstellen unter den Einstellungen für die betreffende Nebenstelle die Reihenfolge der Anbieter und Nummern selbst definieren kann, erfolgt die Auswahl bei ISDN-Telefonen nach der Reihenfolge in den Listen der in der Box angegebenen Nummern und Anbietern. Das bedeutet einerseits, dass bei analogen Nebenstellen lediglich eine Zahl zur manuellen Auswahl vorgewählt werden muss (*2#), während bei ISDN-Telefonen mindestens zwei oder drei Zahlen vorgewählt werden müssen (*11# oder *112#). Anderseits sind die zu wählenden Nummern nur identisch, wenn der Nutzer bei der Einrichtung genau darauf achtet.

Unterstützung von Telefonanlagen und Fallback auf Festnetz

Die Benutzeroberfläche der FRITZ!Box Auch für den Anschluss von Telefonanlagen bietet die Box Einstellmöglichkeiten, wie eingehende Anrufe vom Fest- oder Internet behandelt und an die Anlage weitergeleitet werden sollen. Hier kann sogar unterschieden werden, ob es sich bei der angeschlossenen Anlage um eine analoge oder digitale Anlage handelt. Und DSL-Nutzer, bei denen DSL gelegentlich ausfällt oder auch Nutzer, die aufgrund ihres Tarifes nicht ständig online sein können oder wollen, werden sich über die Funktion Festnetz-Fallback freuen, durch die Anrufe automatisch über das Festnetz geleitet werden, wenn VoIP nicht zur Verfügung steht. Hier sollte allerdings bedacht werden, dass dies unter Umständen zu unerwartet hohen Kosten führen kann. Abhilfe kann da die Eintragung eines Call-by-Call-Anbieters mit Tarifansage bei den Wahlregeln schaffen, so dass durch die - gegebenenfalls andere - Tarifansage deutlich wird, dass das Gespräch nicht über Internet geführt wird.

Ansonsten macht die 7050 einen sehr guten Eindruck. Die Sprachqualität der VoIP-Gespräche sind dank integriertem Traffic-Management zumindest mit einem T-DSL 2000-Anschluss kaum von einem Festnetzgespräch zu unterscheiden. Die Einrichtung der Box dürfte dank Einrichtungsassistent auch für Laien schnell erledigt sein. Für die Internet-Telefonie können insgesamt zehn Rufnummern oder Anbieter angegeben werden. Die Verwaltung der Nebenstellen wurde mit der aktuellen Firmware ebenfalls übersichtlicher gestaltet, so dass es jetzt eine Übersicht aller Nebenstellen gibt, von der aus pro Nebenstelle jeweils ein Konfigurationsmenü aufgerufen werden kann. Dieses beinhaltet dann Einstellmöglichkeiten wie Art des angeschlossenen Gerätes (Telefon, Fax, Anrufbeantworter), Rufnummernanzeige und -übermittlung, Anklopfen und wie die Nebenstelle auf Anrufe auf bestimmte Nummern reagieren soll. Einzig die Wahlregel-Liste ist ein wenig unübersichtlich und könnte eine Sortierfunktion vertragen, so dass man die Wahlregeln nach Anbieter, Rufnummer oder Ziel sortieren könnte.

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