0,2 Cent

Nicht mehr jedes XXL-Gespräch ist kostenfrei

Aufschlag beträgt nur 0,2 Cent, 01071 und 01077 berechnen deutlich mehr
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Bislang konnten XXL-Kunden der T-Com sicher sein, dass ihnen am Wochenende und an Feiertagen kein Minutenpreis berechnet wird, wenn sie eine Festnetzrufnummer angerufen haben. Seit heute ist dieses anders: Beim Anruf zahlreicher Nummern berechnet die T-Com auch bei XXL-Gesprächen einen Aufschlag von 0,2 Cent pro Minute. Betroffen davon sind nicht nur Anrufe zu zahlreichen Citycarriern, sondern auch Anrufe zu den Festnetznummern von o2 Genion. Diese sind durch den Anbieter BT Germany geschaltet. Dieser berechnet, wie zahlreiche andere Anbieter auch, ein erhöhtes Entgelt, wenn eine Telefongesellschaft ein Gespräch in das Netz dieses Anbieters routet. Dieses Entgelt gibt die T-Com nun an ihre Kunden weiter.

Eine einfach Feststellung anhand der Rufnummer, in welchem Netz eine Telefonnummer ist nicht möglich. Nicht zuletzt, weil die Rufnummern auch von einem Anbieter zu einem anderen portiert, also mitgenommen, werden können, wenn der Kunde den Anbieter wechselt. Die T-Com stellt ihren Kunden jedoch eine Telefonnummer zur Verfügung, unter der sie kostenfrei erfahren können, in welchem Netz ein Anschluss geschaltet ist. Diese Rufnummer lautet 0800-3309576. Dieser Sprachcomputer scheint jedoch noch nicht ausgereift zu sein. Eine Liste aller betroffenen Anbieter haben wir in einer weiteren Meldung zusammengefasst.

Callax informiert nicht über teure Festnetzgespräche

Mit 0,2 Cent pro Minute gibt die T-Com lediglich das Entgelt an ihre Kunden weiter, dass die alternativen Anbieter als Ausgleich für den späteren Start und für die zunächst geringere Kundenzahl im Vergleich zum Marktbeherrscher T-Com bei ankommenden Gesprächen erhalten. Anders sieht dieses bei den Call-by-Call-Anbieter 01071 und Callax aus. 01071 berechnet schon seit Ende Oktober einen Minutenpreis von 3,8 Cent pro Minute, wenn das Gespräch zu einem alternativen Anbieter geführt wird. Dabei erhebt 01071 den Aufschlag auch zu jenen Anbietern, die ihren Interconnection-Preis nicht um 0,2 Cent pro Minute erhöht haben.

Gleiches gilt seit Freitag auch für Callax (01077) und Fonfux (0190037). Im Unterschied zu 01071 machen die beiden Dienste der Callax Telecom das Prozedere für die Kunden jedoch intransparent. In der Tarifansage heißt es nach dem jeweils gültigen Minutenpreis "ins Festnetz der Deutschen Telekom". Über einen höheren Preis, der bei den beiden Anbietern bei 3,7 Cent pro Minute liegt, werden die Kunden nicht informiert. Erst auf der Telefonrechnung werden sie erfahren, dass sie für ihre Gespräche nicht etwa im günstigste Fall 0,74 Cent pro Minute gezahlt haben, sondern mit 3,7 Cent fünfmal mehr. Vermutlich wird Callax sich hier auf zahlreiche Kundenanfragen und Rechnungsreklamationen einstellen dürfen.

Andere Anbieter geben die Kosten derzeit noch nicht weiter. Ob andere Call-by-Call-Carrier den Schritt wagen, bleibt abzuwarten. Die Vollanschlussanbieter selber werden die Zuschläge kaum an ihre Kunden weitergeben, wenn ein Gespräch vom Alternativanbieter zu einem anderen geführt wird, da sie schon das Weiterleiten der höheren Kosten bei der T-Com scharf kritisieren.

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