Bilanz

Kabelnetzbetreiber Primacom fährt erneut Verluste ein

Fehlbetrag beläuft sich auf 113,5 Millionen Euro
Von dpa / Björn Brodersen
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Der hoch verschuldete Mainzer Kabelnetzbetreiber Primacom hat im Geschäftsjahr 2004 erneut Verluste eingefahren. Nach 118 Millionen Euro im Jahr 2003 betrug der Fehlbetrag im vergangenen Jahr 113,5 Millionen Euro, teilte die Primacom AG heute mit. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent auf 210,7 Millionen Euro, das Betriebsergebnis stieg im vergangenen Geschäftsjahr von 19,4 auf 21,2 Millionen Euro.

Im gleichen Zeitraum ging das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen jedoch um drei Prozent auf 103,7 Millionen Euro zurück. Primacom betreibt Kabelnetze in West- und Ostdeutschland und hat nach eigenen Angaben rund eine Million Kunden in Deutschland.

Im vergangenen Geschäftsjahr hätten die Bemühungen für eine finanzielle Restrukturierung der Gesellschaft die Ergebnisse mit 9,5 Millionen Euro belastet, teilte Primacom mit. Darin enthalten seien auch Kosten für den schwelenden Rechtsstreit mit der Hauptgläubigergruppe der Mainzer Firma. Ein Verkauf der niederländischen Tochter Multikabel, der die Primacom aus der finanziellen Misere führen soll, stehe noch an, sagte Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger in München. "Das operative Geschäft entwickelt sich jedoch erfreulicher, als man hoffen konnte."

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