transparent und günstig

yesss! Es geht noch viel günstiger als Schwarzfunk

Aber nicht hierzulande ...
Von Björn Brodersen

In Deutschland hat gerade das von E-Plus und Uboot.com [Link entfernt] in Kooperation angebotene Mobilfunk-Produkt Schwarzfunk den Tchibo-Tarif als zurzeit günstigsten Prepaid-Vertrag abgelöst. Die Kunden telefonieren dabei rund um die Uhr netzintern für 25 Cent pro Minute sowie in andere Netze für 35 Cent pro Minute, Verbindungen zur Mobilbox sind sogar gänzlich kostenlos. Der SMS-Versand kostet bei Schwarzfunk ab heute für netzinterne Nachrichten nur zwölf Cent, netzexterne kosten jeweils 15 Cent.

In Österreich zeigt jetzt ein neuer virtueller Netzbetreiber, dass es noch viel günstiger und gleichzeitig noch viel einfacher geht. Der neue Anbieter mit dem kuriosen Namen yesss! nutzt die Infrastruktur samt Vorwahl 0699 des Mutterkonzerns, dem Mobilfunkanbieter One, und bietet ausschließlich GSM-Telefonie und SMS-Versand an. Weitere Dienste wie MMS, Datenservices, Musik-Downloads oder etwa internationales Roaming sind nicht möglich. Dafür sind die Gesprächspreise außerordentlich günstig - jedenfalls verglichen mit den hierzulande gängigen Preisen: yesss!-Kunden telefonieren rund um die Uhr in alle inländischen Netze für 9 Cent pro Minute. Jede versendete SMS-Nachricht kostet 13 Cent.

Auf ein Aktivierungsentgelt verzichtet der Anbieter in dem Prepaid-Angebot, ebenso auf einen Vertrieb über eigene Shops oder den Elektrofachhandel. Verkauft wird das Produkt über einen Lebensmittel-Discounter und im eigenen Online-Shop, eine Beratung des Kunden fällt dabei weitgehend flach.

yesss! bietet entsperrtes Einsteigergerät von Nokia an

Wie neuerdings bei Schwarzfunk auch können die Kunden die SIM-Karte plus Startguthaben im Paket mit einem Mobiltelefon erwerben, allerdings gibt es dabei keine Auswahl. Die yesss!-Karte mit einem Guthaben für 60 Gesprächsminuten ist für 13 Euro erhältlich. Ein entsperrtes Einsteigergerät, das Nokia 1100, kostet dazu 69 Euro, einen Ladebon gibt es jeweils für einen Betrag von 20 Euro. Weitere Handyangebote sind nicht geplant. Die yesss!-SIM-Karte kann aber auch in jedes andere entsperrte Handy eingelegt werden. Ein Aufladen des Guthabens ist über die yesss!-Homepage per Kreditkarte und Online-Banking sowie über Bankomat möglich.

In den Produktstart hat das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 4,5 Millionen Euro investiert, davon flossen 1,5 Millionen Euro in die Werbung. Im kommenden Jahr will yesss! bereits Gewinne schreiben, bis 2009 die Investitionen wieder reingeholt haben. Die 100-prozentige One-Tochter rechnet außerdem mit einem durchschnittlichen Umsatz von 20 bis 22 Euro pro Kunde im Monat.

In Deutschland dürften nicht nur die Mobilfunkkunden neidisch ins Nachbarland schielen, auch die Anbieter werden wachsamen Auges sein. Sollte yesss! seine selbstgesteckten Ziele erreichen, wird es spätestens dann auch hier sicherlich Nachahmer geben. Die deutschen Netzbetreiber Vodafone und E-Plus denken inzwischen über eine Billigmarke nach, weitere virtuelle Netzbetreiber, die den Wettbewerb in Deutschland anheizen könnten, stehen bereits in den Startlöchern.