Krise

Via net.works mit Liquiditäts-Engpässen

Betrieb der deutschen Niederlassungen soll nicht betroffen sein
Von Björn Brodersen

Der auch in Deutschland tätige Internet-Service-Provider Via net.works steckt in Schwierigkeiten. Wegen Liquiditäts-Engpässen lässt sich jetzt der niederländische Via-Konzern von den Finanzexperten von PriceWaterhouseCoopers [Link entfernt] beraten. Das teilt das Unternehmen auf seiner Website mit. Den Angaben zufolge reicht das vorhandene Geld noch bis zum kommenden Monat.

Bis Ende dieses Monats will Via net.works einen Lösungsweg aus der Krise gefunden haben. Überlegt werde beispielsweise, das gesamte Geschäft oder bestimmte Tochterfirmen zu verkaufen oder aber die Aufnahme von neuem Kapital. In diesem Zusammenhang finden nach Unternehmensangaben derzeit Verhandlungen mit mehreren interessierten Investoren statt, die kurz vor dem Abschluss stehen. Diese Verhandlungen sollen keinen Einfluss auf den operativen Betrieb der Ländergesellschaften haben, da diese profitabel und der Cash-Flow positiv seien.

Das treffe vor allem auf die deutschen Gesellschaften zu: "Beide sind profitabel und verfügen über ausreichende langfristige eigene Liqudität, so dass wir in Deutschland unseren Kunden einen reibungslosen Betrieb und unveränderten Service auch in Zukunft sicherstellen können", heißt es in einer Mitteilung. Die Kunden sollten genau so unbesorgt sein wie die Mitarbeiter der deutschen Niederlassungen. Trotzdem dürften etliche Kunden aufgrund der jüngsten Meldung unruhig werden, schließlich werden beispielsweise die Business-DSL-Zugänge im Voraus bezahlt.

In Deutschland bietet Via net.works Lösungen in den Bereichen Hosting, Internetzugang, Netzwerke und Sicherheit für kleine und mittelständische Unternehmen an. Hervorgegangen ist die Via net.works Deutschland GmbH im Jahr 2001 aus der Verschmelzung der vier Unternehmen GTN, INS, HighSpeed und ISAR. Der Hauptsitz der Tochter ist Duisburg. Nach eigenen Angaben betreut Via net.works weltweit über 80 000 Geschäftskunden, 54 000 betreute Websites und über 390 000 registrierte Domains.