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Nachgerechnet: Neue T-Com-Tarife auf dem Prüfstand

Die neuen Angebote im Vergleich mit Call by Call und Vollanschluss
Von Thorsten Neuhetzki

Über die neuen Tarife der T-Com freuen sich vor allem jene Kunden, die viel telefonieren. Ihnen kommt der im Volksmund als "Rosa Riese" bezeichnete Telekommunikationskonzern mit Pauschaltarifen für Ortsgespräche oder gar allen Festnetzgesprächen zur Nebenzeit entgegen. Doch diese pauschale Abrechnung hat ihren Preis und lohnt sich bei weitem nicht für alle Kunden. Bezahlen muss man sie vor allem und voran mit einer höheren monatlichen Grundgebühr.

Im bislang schon angebotenen XXL-Tarif bietet die T-Com ihren Kunden an, alle Gespräche ins deutsche Festnetz an Samstagen, Sonntagen und bundesweiten Feiertagen pauschal abzurechnen. Gegenüber dem bisherigen ISDN-Standard-Tarif kostet dieser Tarif monatlich 9,35 Euro mehr, bei Analog-Anschlüssen sind es 10,66 Euro. Wer ab dem 1. März diesen Tarif bucht, zahlt gegenüber dem dann gültigen Standardtarif Call Plus (15,95 bzw. 23,95 Euro Grundgebühr) 8,99 bzw. 9 Euro Aufpreis. Bei einem angenommenen Minutenpreis von 1 Cent für Gespräche am Wochenende per Call-by-Call-Anbieter würde das ab monatlich etwa 900 Gesprächsminuten (also 15 Stunden) eine Ersparnis bedeuten. Bei angenommenen 9 Nutzungstagen im Monat müsste der Kunde also jeden Tag mehr als eineinhalb Stunden telefonieren, damit sich der Tarif gegenüber Call by Call rechnet.

37,95 Euro monatlich für ISDN mit Teilzeit-Flatrate

Der neue Tarif XXL Freetime beinhaltet den XXL-Tarif mit Wochenend-Telefonie zum Pauschalpreis, bietet den Kunden aber darüber hinaus noch pauschal abgerechnete Festnetz-Gespräche zwischen 18 und 7 Uhr an Werktagen. Im Gegenzug kostet dieser Tarif fünf Euro mehr als XXL, also etwa 14 Euro mehr als Call Plus. Auch in dem folgenden Rechenbeispiel gehen wir von einem durchschnittlichen Minutenpreis von 1 Cent aus. Gegenüber der Nutzung der günstigen Call-by-Call-Anbieter lohnt sich dieser Tarif also denn, wenn im Monat mehr als 23,3 Stunden in der betreffenden Zeit ins deutsche Festnetz telefoniert wird. Das sind etwa 46 Minuten täglich. T-Com-Kunden, die viele Freunde haben oder eine Fernbeziehung führen, werden so sicherlich von XXL Freetime profitieren, Kunden die eher verhalten telefonieren, laufen jedoch leicht Gefahr, viel zu viel zu bezahlen. Immerhin wird die Grundgebühr von insgesamt 29,94 Euro (Analog-Anschluss) bzw. 37,95 Euro (ISDN-Anschluss) auch fällig, wenn es in den Urlaub geht oder gar nicht telefoniert wird.

Vorteil der XXL-Tarife: Mit Buchung dieser Tarife sinken auch die Gesprächspreise für die Hauptzeit und Gespräche zum Mobilfunk. Für Citygespräche müssen die Kunden somit 2,9 Cent pro Minute zur Hauptzeit und 1,5 Cent pro Minute zur Nebenzeit zahlen, sofern diese nicht durch XXL Freetime abgedeckt ist. Ferngespräche kosten 3,9 bzw. 2,5 Cent pro Minute. Wer mit einem der Tarife in die Mobilfunknetze von T-Mobile oder Vodafone telefoniert, zahlt 17,9 Cent pro Minute, für die E-Netze fallen 19,9 Cent pro Minute an. Diese Preise sind zwar nicht die günstigsten am Markt, sind aber für die erfahrungsgemäß qualitativ hochwertigen Verbindungen angemessen.

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