Aussichten

Deutsche hinken bei UMTS hinterher

Vier Millionen UMTS-Abonnenten in 17 europäischen Staaten
Von AFP / Björn Brodersen

Auch nach jahrelangen Verzögerungen läuft sich die dritte Mobilfunkgeneration nur allmählich warm. Bei der viertägigen Branchenmesse 3GSM World Congress in Cannes, von der die teltarif-Redaktion ab Montag berichten wird, werden rund 30 000 Manager und Ingenieure die jüngsten Neuerungen aus der Welt des UMTS-Standards feiern - und gleichzeitig weiter über Gewinn bringenden Anwendungen für die teure Technik brüten.

Das Weihnachtsgeschäft hat der dritten Generation, dem Universal Mobile Telecommunications System (UMTS), ein wenig auf die Sprünge geholfen, selbst wenn die vor Jahren erwartete "Revolution" noch auf sich warten lässt: Vier Millionen UMTS-Abonnenten verzeichnet das Brancheninstitut Idate zuletzt in 17 europäischen Staaten, wobei Großbritannien und Italien im Vergleich zu Deutschland und Frankreich deutlich die Nase vorne haben.

Prognose: UMTS bleibt ein Mitläufer

Insgesamt setzt die Mobilfunk-Branche zwar weiter auf solides Wachstum - Idate rechnet mit sieben Prozent Zuwachs in diesem Jahr und weiteren Fünf-Prozent-Schritten bis 2008; dabei wird UMTS aber auf absehbare Zeit nicht die treibende Kraft, sondern eher ein Mitläufer sein. Viele Handy-Nutzer, von denen es seit dem vergangenen Jahr weltweit mehr als eine Milliarde gibt, sind mit einfachen Zusatzfunktionen wie SMS-Kurzmitteillungen zufrieden, die sich schon mit den herkömmlichen GSM-Netzen realisieren lassen. An die neue Mobilfunktechnologie trauen sich anderen Studien zufolge viele Nutzer gar nicht ran.

Die Umstellung auf die weit leistungsfähigere dritte Generation werde "sanft" vonstatten gehen, sind sich die Mobilfunk-Experten inzwischen einig. In Cannes wird dann auch die Frage im Mittelpunkt stehen, wie dem Handy-Datenturbo etwas mehr Schub im Markt verliehen werden kann. Branchen-Primus Nokia etwa will neben einem neuen Endgerät seine Strategie für die Übertragung von Musik durch das mobile Netz vorstellen. Auch Konkurrenten wie Motorola, Sony Ericsson und Siemens stellen weiter die schier unbegrenzten Möglichkeiten in den Vordergrund, über UMTS die Verschmelzung der Datenwelten voranzutreiben: Neben Musik lassen sich mit der schnellen Technik auch Fotos, Spiele oder Videos abrufen. Doch welche dieser Anwendungen tatsächlich zum Kassenschlager wird, dürfte auch in Cannes kaum beantwortet werden.

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