Studie

Forrester Research: Breitband-Boom hält an

Verschärfter Gegenwind für etablierte Anbieter
Von Björn Brodersen

In fünf Jahren wird nahezu jeder westeuropäische Haushalt über einen Breitband-Internetanschluss verfügen. Davon geht jedenfalls eine Studie von Forrester Research aus. Den Untersuchungsergebnissen zufolge wird in diesem Gebiet im Jahr 2010 die Breitband-Penetration in den Haushalten bei 41 Prozent liegen. Das würde bedeuten, dass in dem Jahr rund 72 Millionen und rund 67 Prozent aller Einwohner mit Online-Zugang mit einem schnellen Internetanschluss ausgestattet wären. Gleichzeitig werden der Prognose zufolge die etablierten Breitband-Anbieter durch den starken Wettbewerb und Marktregulierung ihre marktbeherrschende Stellung einbüßen. Die Studie analysierte lediglich die Situation in privaten Haushalten, nicht im Business-Bereich.

In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres wurde den Angaben zufolge bei den Breitband-Anschlüssen ein Zuwachs von 28 Prozent erreicht. Im Gesamtjahr zuvor waren es noch 81 Prozent. Forrester Research geht aber davon aus, dass die Gesamtzahlen für 2004 noch über dem Ergebnis des vorangegangenen Jahres liegen werden. Mit Ausnahme der Niederlande, in denen es viele Kabelanschlüsse gebe, dominiere in den meisten westeuropäischen Ländern bei den Breitband-Anschlüssen ADSL. Je nach Staat liegt der DSL-Anteil bei 60 bis 90 Prozent. Anderen Technologien wie Kabel, Glasfaser, Powerline und Wimax würde in den kommenden Jahren keine ernsthafte Konkurrenz sein.

Entbündelung der letzten Meile und Triple Play

Führend mit Breitband-Anschlüssen in mehr als 45 Prozent der Haushalte werden die Niederlande und die skandinavischen Länder sein: Hier wirken sich laut den Marktforschern die ohnehin hohe Zahl an Internetnutzern, der scharfe Wettbewerb sowie die niedrigen Preise für das Breitband-Internet günstig aus. Bei den Holländern werde die Penetrationsrate sogar bei 54 Prozent liegen, in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien dagegen zwischen 35 und 45 Prozent. Noch niedriger werde sie in Portugal, Griechenland und Irland sein.

Verschärfter Wettbewerb macht der Untersuchung zufolge in den meisten Ländern den etablierten Betreibern zu schaffen, ihre Marktanteile sinken. Die Gründe dafür werden laut Forrester Research unter anderem die Entbündelung der letzten Meile sowie ein verstärkter Fokus auf so genannte Breitband-Triple-Play-Bündel - die Angebote für Sprache, Video und Daten enthalten - sein. Lag im vergangenen Jahr der Marktanteil der einzelnen Marktführer in der Regel zwischen 50 und 70 Prozent, so sah es auf stark umkämpften Märkten wie Großbritannien und die Niederlande schon anders aus: BT besaß einen Marktanteil von nur 25 Prozent, KPN von 44 Prozent.