Testbericht

Push to Talk: Erste Erfahrungen mit neuem T-Mobile-Dienst

Sprechfunk-Lösung vom Mobilfunkmarktführer kann nicht überzeugen
Von Thorsten Neuhetzki / Volker Schäfer

PTT-Zielgruppen: Mit dem
Sprechfunkdienst sollen Jugendliche...
T-Mobile hat im November als erster Netzbetreiber in Deutschland seinen Push-to-Talk-Dienst gestartet. In der Vermarktung setzt das Unternehmen sowohl auf Jugendliche, als auch auf bestimmte Berufsgruppen. Dabei ist der Dienst für viele gar nicht interessant, weil zur Nutzung ein neues Telefon erforderlich ist. Zum Auftakt des Angebots war mit dem Nokia 5140 lediglich ein einziges PTT-Handy verfügbar. Inzwischen ist mit dem Nokia 6170 ein zweites Endgerät auf dem Markt.

Im Test konnte uns der Push-to-Talk-Dienst von T-Mobile nicht so sehr überzeugen wie der bereits im Sommer durchgeführte Friendly-User-Test der mobilcom. Dabei handelt es sich bei mobilcom und T-Mobile um zwei verschiedene Systeme. mobilcom baut auf eine Softwarelösung, während bei T-Mobile eine im Telefon integrierte Lösung zum Einsatz kommt.

Im Menü des Nokia-Telefones findet sich an siebter Stelle der Menüpunkt Push-to-talk. Über dieses Untermenü kann der Nutzer den Dienst konfigurieren. An oberster Position kann der Dienst deaktiviert werden, um peinliche Situationen in U-Bahn oder Einkaufszentrum zu vermeiden. In einem weiteren Punkt kann man sich dann eine neue Gruppen anlegen, in die die verschiedenen Teilnehmer am Push to Talk einsortiert werden können. Insgesamt sind maximal fünf Gruppen möglich, in jeder Gruppe können bis zu zehn Teilnehmer aufgenommen werden. Das macht das ganze System gerade in großen Firmen recht unflexibel.

Einladung neuer Teilnehmer erfolgt per SMS

... und Geschäftskunden "pusheln". Neue Push-to-Talk-Teilnehmer können aus der eingerichteten Gruppe heraus eingeladen werden. Die Einladung erfolgt entweder per Infrarot oder SMS über die Handynummer des anderen Teilnehmers. Dabei ist wichtig, dass der andere Teilnehmer auch ein PTT-fähiges T-Mobile-Handy hat. Im teltarif-Test kam eine Einladung an einen Teilnehmer ohne PTT-Handy nicht an. Er erhielt auch keinen Hinweis per SMS, dass an seine Nummer eine Einladung geschickt wurde. Hier sollte T-Mobile nachbessern und zumindest eine Informations-SMS verschicken, so dass die Möglichkeit besteht, auf die Einladung zu reagieren.

Hat der andere Teilnehmer der Einladung zugestimmt, kann der Sprechbetrieb direkt aufgenommen werden. Dabei ist zu beachten, das die Nachricht prinzipiell an alle Teilnehmer in der jeweiligen Gruppe geht. Über das Teilnehmermenü können jedoch auch einzelne Teilnehmer direkt angesprochen werden. Verwunderlich ist, dass dieses zunächst leer ist. Erst wenn man den einzelnen Teilnehmern einer Gruppe Namen zugewiesen hat, taucht der Teilnehmer auch in diesem Menü auf. Auf andere Funktionen innerhalb des PTT-Menüs hat diese Namensgebung jedoch keinen Einfluss. So steht in der entsprechenden Gruppe weiterhin die Handynummer des Teilnehmers, nicht sein Name. Das ist vor allem dann unpraktisch, wenn der Nutzer eine Echtzeitabfrage macht, wer in der Gruppe gerade online ist.

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