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Die Handy-Trends 2005

Unsere Prognose für das neue Jahr

Die Modellvielfalt nimmt 2005 bei den Handys weiter zu. Da die meisten Geräte mehr Features haben, als der durchschnittliche Kunde nutzt, erfolgt die Auswahl zunehmend nach dem Geschmack: Gekauft wird, was die richtige Bauform (Riegelform, Klapphandy etc.) hat und schick oder cool aussieht. Dennoch: Ohne Farbdisplay und MMS kommt 2005 kaum ein neues Handy aus. Einfarbige Displays lassen sich nur noch im Low-Cost-Bereich (unter 50 Euro inklusive Prepaid-Karte) verkaufen, oder an solche Kunden, die Retro-Handys schick finden.

Anders die Situation bei den Handy-Kameras: Viele Kunden verzichten bewusst auf dieses Feature. Die Gründe sind vielfältig, liegen vor allem aber an der im Vergleich zu echten Digitalkameras viel schlechteren Qualität der Bilder. Geschäftliche Handynutzer berichten auch darüber, dass sie bei Geschäftsbesuchen bei anderen Firmen wegen der Spionagemöglichkeiten ihre Kamera-Handys am Empfang abgeben mussten. Wer dieses Procedere vermeiden will, kauft ebenfalls ein Handy "ohne".

Auch bei einigen anderen Features polarisieren sich die Käufergruppen zunehmend (und gegen den oben beschriebenen Trend):

  • Bluetooth: Wer diesen Kurzstreckenfunk bereits für den Datenaustausch zum PC oder für das kabellose Headset nutzt, möchte ihn oft nicht mehr missen, und wird beim nächsten Handykauf darauf achten, dass Bluetooth wieder dabei ist. Wer hingegen Angst vor Sicherheitslücken hat, wird ausdrücklich ein Handy ohne Bluetooth-Modul wählen.
  • Dieselben zwei Argumente - Nützlichkeit versus Datenschutzbedenken - gelten grundsätzlich auch für die neue Technologie NFC, die den Datenaustausch mit Geräten in der unmittelbaren Nachbarschaft (wenige Zentimeter Abstand) ermöglicht. Die ersten NFC-Testgeräte sind dieses Jahr zu erwarten.
  • UMTS verspricht in den Großstädten freie Funkzellen, schnellen Gesprächsaufbau und schnelle Datentransfers. Andererseits sind UMTS-Handys noch deutlich größer und schwerer als vergleichbare GSM-Geräte.
  • MP3- und Videowiedergabe empfinden sicherlich viele Menschen als angenehmes Feature. Geschäftliche Nutzer könnten diese aber auch ablehnen, um gar nicht erst bei Kollegen in den Ruch zu kommen, sie würden sich auf Dienstfahrten vergnügen, statt zu arbeiten.
Aus diesem Grund wird die Modellvielfalt der Hersteller auch 2005 zunehmen. Immer häufiger wird es bestimmte Geräte nur bei bestimmten Netzbetreibern exklusiv geben. Mittelfristig geht die Tendenz hin zu Geräten, die man wie heute schon Computer nach dem Baukastenprinzip zusammenstellt. Wahlmöglichkeiten wären etwa: UMTS ja/nein, Bluetooth ja/nein, Größe des frei verfügbaren Speichers, installierte Software und Bedienoberfläche.

Vielleicht sehen wir bereits 2005 das erste Handy, bei dem sich ein oder zwei Features ab Werk wählen oder per Zubehörpaket nachrüsten lassen. Denkbar wäre etwa ein Bluetooth-Modul zum Selbsteinbau. Im PDA-Bereich gibt es bereits vergleichbares, etwa WLAN-Module für den MDA/VPA/XDA II von HTC.

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