gefährlich

Das Internet in 2005

Unsere Prognose für das neue Jahr

Leider war unsere letztjährige Prognose für das Internet ein Volltreffer: Viren, Würmer und Spam haben uns 2004 wie befürchtet in Atem gehalten. Dieses Jahr wird es voraussichtlich noch schlimmer werden. Denn Spam-Versender und Viren-Autoren kooperieren zunehmend miteinander. So verwenden Viren-Autoren zunehmend die Tricks der Spammer, um ihre Plage effizient zu verbreiten. Die Spammer verwenden von Viren und Trojanern geöffnete Backdoors hingegen dazu, zusätzliche Rechenpower und Internet-Kapazität zum Verteilen ihrer E-Mail-Flut zu erhalten.

Die Basis der Angriffe wird zudem zunehmend breiter. So versuchen die Versender von Phishing-E-Mails, gezielt Zugangsdaten zu Bankkonten oder Auktionskonten abzugreifen. Dem ahnungslosen Anwender droht, dass die Betrüger diese Daten nutzen, um sein Konto leerzuräumen oder betrügerische Geschäfte in seinem Namen abzuwickeln. Während die ersten großen Internet-Viren wie I love you vor allem darum bemüht waren, sich selbst zu verbreiten, bringen aktuelle Viren auch diverse schädliche Nutzlasten mit, etwa um den Rechner des Opfers auszuspionieren oder Spam zu versenden.

DNS-Spoofing, gehackte Server und weitere Angriffe könnten künftig sogar dafür sorgen, dass Phishing sogar dann stattfindet, wenn der Anwender eine an sich authentische Website direkt über deren URL aufruft. Man kann Benutzern nur raten, wachsam zu bleiben. Das regelmäßige Einspielen aller Sicherheitsupdates des Betriebssystemherstellers schützt zumindest vor einem Teil der Angriffe.

DSL-Marktanteile

Weiterhin sorgt der schnelle Internetzugang DSL auch 2005 für viel Bewegung auf dem Internetmarkt. Immer mehr Kunden steigen von den langsamen und bei langer Onlinezeit teuren Analog- und ISDN-Zugängen auf DSL um. Bedingt durch Angebote von Arcor und Versatel gibt es hier auch erstmalig einen nennenswerten Preiswettbewerb. So kosten ISDN-Anschluss, DSL-Zugang und Flatrate bei Arcor genauso viel, wie ISDN-Anschluss und DSL-Zugang ohne Flatrate bei der Deutschen Telekom.

Viele DSL-Anbieter setzen aber nicht auf eigene Infrastruktur, sondern auf Resale von T-DSL. Langfristig zahlt der Kunde bei Resale-Produkten zumeist dieselben monatlichen Entgelte wie bei Original-T-DSL. Hingegen gibt es bei den Providern oft attraktive Hardware zu günstigen Preisen beim gleichzeitigen Abschluss eines DSL-Vertrages. Es ist zu befürchten, dass sich im DSL-Bereich mittelfristig eine ähnliche Preisstruktur wie im Mobilfunk-Bereich ergibt: Hohe Endgeräte-Subventionen machen zwar den Einstieg günstig, jedoch werden die monatlichen Nutzungsentgelte dadurch unnötig hoch.

DSL-Alternativen

2005 werden alternative Technologien für den schnellen Internetzugang weiter nur eine Nebenrolle spielen. Powerline gibt es weiterhin nur in wenigen Stadtnetzen - anscheinend funktioniert die Technik nicht so reibungslos, wie deren Protagonisten verlautbaren. Internet über das Breitband-Fernsehkabel ist zwar technisch ausgereift, scheiterte in Deutschland bisher aber an der zersplitterten Providerlandschaft. Es ist zu erwarten, dass die Kabelunternehmen 2005 zunehmend Ernst mit Auf- und Ausbauplänen machen, und sich die Liste der versorgten Städte verlängert. Insbesondere dort, wo die Telekom dank Opal-Technik weiterhin kein DSL anbietet, sollten die Kabelnetzbetreiber sehr leicht dankbare Kunden finden können.

Für all diejenigen, die einfach zu weit weg von der nächsten Vermittlungsstelle wohnen, könnte WiMAX mit fest installierten und ausgerichteten Außenantennen eine drahtlose Alternative mit erträglichen Kosten werden. In 2005 sind allerdings noch keine konkreten Einsätze zu erwarten, sondern diverse Feldtests sowie Gerangel um die Zuteilung der nötigen Lizenzen. Die Regulierungsbehörde hat Ende 2004 eine diesbezügliche Anhörung gestartet. Es liegt allen Beteiligten daran, ein Wettsteigern wie bei UMTS zu verhindern. Jedoch könnte das von der Regulierungsbehörde avisierte "Licensing Light" zu jahrelangem juristischen Streit führen.

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