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Viele offene Fragen zu den 032-Rufnummern

VoIP-Anbieter kritisieren Haltung der T-Com
Von Björn Brodersen

Nationale Teilnehmerrufnummern aus dem Rufnummernraum 032 sind im Wesentlichen definiert wie Ortsnetzrufnummern, haben aber - vergleichbar den Mobilfunkrufnummern - keinen geographischen Bezug. Dabei handelt es sich nicht um einen Premium-Rate-Dienst, d.h. die Anwahl der Rufnummer beinhaltet keinen Vertragsschluss über zusätzlich zur Verbindungsherstellung kostenpflichtige Dienstleistungen. Auszahlungen oder sonstige Gutschriften für eingehende Anrufe an den Teilnehmer sind unzulässig. Bei diesen Nummern gilt außerdem die Carrier Selection: Die Nummern können, anders als etwa 0180-Nummern, auch über Call-by-Call- und Pre-Selection-Anbieter angerufen werden.

Nach Angaben der Regulierungsbehörde hatten vor allem die Unternehmen, die Internet-Telefonie anbieten wollen, Bedarf für die neue Rufnummernart angemeldet. Die Rufnummerngasse 032 war allerdings nötig geworden, nachdem die RegTP die Verwendung echter Ortsnetzrufnummern untersagt hatte, wenn der Inhaber der Nummer nicht in dem verwendeten Ortsnetz wohnt. Aufgrund ihrer geographischen Unabhängigkeit eröffnen die NTR den Diensteanbietern neue Leistungsmerkmale und können insbesondere vom Endnutzer auch nach einem Umzug beibehalten werden. Diensteanbieter sind dadurch auch in der Lage, Kunden aus ganz Deutschland bedienen, ohne auf geographische Rufnummern aus jedem der 5 200 Ortsnetzbereiche angewiesen zu sein.

Rund 300 000 VoIP-Anschlüsse in Deutschland

Voraussetzung für die abgeleitete Zuteilung ist die Bereitstellung eines Zugangs zum öffentlichen Telefonnetz. Alle bis zum 10. Januar 2005, 16.15 Uhr eingegangenen Anträge werden als zeitgleich eingegangen bewertet. Vergeben werden die elfstelligen 032-Rufnummern - an die Dienstekennzahl schließt sich eine Teilnehmerrufnummer an, die aus einer sechsstelligen Blockkennung und einer dreistelligen Endnummer besteht - in 1 000er Blöcken. Wenn mehrere Antragsteller die Zuteilung des selben 1 000er Blocks zeitgleich beantragen, entscheidet ein Losverfahren über die Zuteilung. Für jede einzelne Nummer müssen die VoIP-Anbieter fünf Cent zahlen - normalerweise fallen für die herkömmlichen zehnstelligen Zahlenfolgen jeweils 50 Cent an.

"Wir erwarten eine ähnliche Entwicklung wie bei der Liberalisierung des Telefonmarktes", sagte freenet-Vorstand Ole Wegner vor kurzem gegenüber der dpa. Es gehe um ein derzeitiges Marktvolumen im deutschen Festnetz von 20 Milliarden Euro, so web.de-Vorstand Matthias Hornberger. Ziel der Internet-Telefonanbieter ist es, den klassischen Festnetz-Anschluss vollständig zu ersetzen. Zurzeit gibt es in Deutschland nach Angaben des Manager-Magazins rund 300 000 VoIP-Anschlüsse, die Mehrheit davon bei Unternehmen.

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