Gestört

WLAN-Karten nicht so schnell wie versprochen

Störquellen wie Bluetooth und Mikrowelle machen 54 MBit/s hinfällig
Von Thorsten Neuhetzki

Anwender, die sich eine WLAN-Karte zulegen wollen, müssen in der Praxis mit wesentlich niedrigeren Datenübertragungsraten rechnen, als die Hersteller versprechen. Das hat die PC-WELT in einem aktuellen Test von WLAN-Karten herausgefunden. Der Grund: Viele Störquellen zu Hause dämpfen die theoretisch erreichbare Höchstgeschwindigkeit, die zu Werbezwecken gern auf den Produktverpackungen angegeben wird. Probleme schaffen vor allem sichtbare Hindernisse wie Mauern und Wände, aber auch alle Komponenten, die im 2,4-Gigahertz-Bereich senden. Hierzu zählen Bluetooth-Geräte, Babyphones und sogar der Mikrowellenherd.

Statt 54 MBit/s nur 0,3 MBit/s

Darüber hinaus stellten die Computer-Redakteure fest, dass sogar unter optimalen Bedingungen viele moderne 802.11g-WLAN-Karten enttäuschen. So kamen die 14 Testkandidaten im PC-WELT-Test bei einer direkten Entfernung von 2,5 Metern zur Gegenstelle, einem so genannten Access Point, im Schnitt auf eine Transferleistung von schwachen 3 MBit/s. Zum Vergleich: Die per WLAN-Standard definierte Höchstgeschwindigkeit für eine 802.11g-Karte liegt bei 54 MBit/s. Bei rund 13 Metern Abstand und zwei Gipskartonmauern als Hindernis fiel die Datenrate sogar auf durchschnittlich 2,2 MBit/s zurück. Noch schlechter sieht es aus, wenn die Funkwellen mehr als 20 Meter überbrücken und dabei mehrere Gips- und Stahlbetonwände durchdringen müssen: Hier fiel der Mittelwert auf magere 0,3 MBit/s ab. Einige WLAN-Karten schafften in dieser Disziplin gar keinen Datenaustausch mehr.

Testsieger auf weite Distanz mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis ist die Asus-PCI-Karte WL-138G für etwa 30 Euro. Das Asus Modell überzeugte durch eine hohe Übertragungsgeschwindigkeit, fiel aber im Nah- und Mittelbereich in das hintere Drittel des Testfeldes zurück. Für das Senden und Empfangen von Daten auf kurzen und mittleren Strecken empfiehlt die PC-WELT-Redaktion dagegen die D-Link DWL-G650 für etwa 40 Euro, die wiederum für längere Funkwege weniger geeignet ist.