Billig-Segment

E-Plus denkt über Billigmarke nach

Verträge mit Virtuellen Mobilfunkanbietern geplant
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa

Der Mobilfunkanbieter E-Plus will seinen Marktanteil über den Aufbau von Billiganbietern ausbauen. Im kommenden Jahr werde das Unternehmen Verträge für die Schaffung von so genannten Virtuellen Mobilfunkanbietern abschließen und damit seinen Anteil am deutschen Mobilfunkmarkt steigern, sagte E-Plus-Chef Uwe Bergheim bereits am Donnerstag in Düsseldorf. Die Äußerungen von Bergheim unterlagen bis heute einer Sperrfrist.

Virtuelle Anbieter unterhalten kein eigenes Mobilfunknetz, sondern nutzen über Rahmenverträge die bestehenden Netze. Da sie ihren Dienst vor allem über das Internet vermarkten, sind die Telefonate deutlich günstiger. Bergheim traut den Billiganbietern einen Marktanteil von bis zu 20 Prozent zu. "Wir werden sicher 2005 zu Vertragsabschlüssen kommen", sagte Bergheim. Namen von möglichen Partner nannte er nicht. Im Gespräch ist aber eine Kooperation mit dem schwedischen Anbieter Tele2, der schon seit längerem an einem Einstieg in den deutschen Mobilfunkmarkt interessiert ist.

Die Tochter der niederländischen KPN denkt laut Bergheim auch über die Schaffung einer Zweitmarke nach, mit der im Niedrigpreis-Segment Kunden gewonnen werden könnten. Das drittgrößte Mobilfunkunternehmen Deutschlands will mit den neuen Angeboten seine Position im gesättigten Mobilfunkmarkt ausbauen. Ende September lag der Marktanteil der Düsseldorfer laut Firmenangaben bei 13 Prozent und damit deutlich über dem des kleinsten Netzbetreibers o2, der rund 9 Prozent des Marktes kontrollierte.

Neuer Preiskampf bei den Minutenpreisen?

Laut Financial Times Deutschland (FTD [Link entfernt] ) legt E-Plus es auf einen Preiskampf mit den etablierten Anbietern auf dem Markt an. "E-Plus wird am wenigsten leiden, wenn es zu einer neuen Minutenpreisschlacht kommt", zitiert die Zeitung den E-Plus-Chef Uwe Bergheim. Durch die bereits niedrigen Preise sei E-Plus gut vorbereitet. Für das nächste Jahr peile der Anbieter den Sprung über die 10-Millionen-Kunden-Marke an.

Die Konkurrenten von E-Plus planen bisher weder eine Zweitmarke noch weitere Kooperationen zum Aufbau eines Virtuellen Anbieters. "Es gibt keine Planungen in diese Richtung", sagten Sprecher von o2 und Vodafone. In Telekom-Kreisen wurde ein solcher Schritt ausgeschlossen. In der vergangenen Woche hatte die Deutsche Telekom mit der dänischen TDC den Billiganbieter Easymobile in Großbritannien ins Leben gerufen. TDC will die Marke Easymobile in elf weitere Länder von Europa exportieren, darunter auch Deutschland.