Bilanz

T-Mobile mit "Sparen für Wachstum" erfolgreich

Deutscher Marktführer legt Quartalszahlen vor
Von Marie-Anne Winter

Auch T-Mobile hat, wie bereits in der Telekom-Meldung vor einigen Tagen erwähnt, im dritten Quartal dieses Jahres seine Ergebnisse erneut deutlich steigern können. Das Unternehmen konnte beim Umsatzwachstum rund 9 Prozent zulegen. Stärkster Wachstumstreiber war mit 26 Prozent wiederum T-Mobile USA.

Mit insgesamt 67,2 Millionen lag die Kundenzahl rund 16,6 Prozent über dem Vorjahreswert und war um rund 1,6 Millionen höher als im zweiten Quartal. Damit verlangsamte sich das Wachstum etwas. T-Mobile hatte in der jüngsten Vergangenheit mehrfach erklärt, deutlich stärker auf so genanntes "werthaltiges" Wachstum zu setzen und aus diesem Grund wie berichtet seine Subventionspolitik für Mobiltelefone geändert.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug rund 1,3 Milliarden, bereinigt 651 Millionen Euro, und war damit mehr als doppelt so hoch wie im entsprechenden Quartal des Vorjahres. Dies sei vor allem auf unterdurchschnittliche Herstellungskosten sowie Skaleneffekte und Effizienzsteigerungen zurückzuführen.

T-Mobile erwirtschaftete im dritten Quartal ein EBITDA von rund 2,8 Milliarden Euro, um Sondereinflüsse bereinigt rund 2,2 Milliarden Euro. Zu diesen Sondereinflüssen zählten: Zuschreibungen auf US-Mobilfunklizenzen aufgrund geänderter Marktbewertungen von 641 Millionen Euro sowie Aufwendungen von rund 5 Millionen Euro bei T-Mobile Deutschland für die Personalserviceagentur der Deutsche Telekom "Vivento". Die bereinigte EBITDA-Marge lag um fast 4 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresquartals bei 33,4 Prozent.

T-Mobile Deutschland hat 27,4 Millionen Kunden

Im dritten Quartal lag der durchschnittliche Umsatz pro Kunde bei 24 Euro, bei den Vertragskunden sieg der ARPU von 38 auf 40 Euro. Mit 2,2 Milliarden Euro Umsatz war T-Mobile Deutschland im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,4 Prozent besser. 300 000 Neukunden bedeuten mittlerweile deutlich über 27 Millionen Kunden (27,4 Millionen) in Deutschland.

René Obermann, CEO von T-Mobile International, freute sich über die guten Ergebnisse, wies aber noch einmal auf eine erwartete Wettbewerbsverschärfung in Europa hin: "Wir erleben derzeit eine Veränderung der Marktmodelle in der Mobilfunkindustrie, deshalb ist Sparen für Wachstum das Leitmotiv für die kommenden Quartale." T-Mobile sei auf einem guten Weg, weg vom quantitativen hin zum qualitativen Kundenwachstum.

Die Zahlen der ausländischen Töchter

T-Mobile USA konnte im abgelaufenen Quartal erstmals einen Kundenstamm von mehr als 16 Millionen verzeichnen. Der Zuwachs lag bei 901 000 Kunden. Damit verzeichnet T-Mobile USA zum vierten Mal in Folge den zweitstärksten Kundenzuwachs absolut unter den sechs nationalen Mobilfunkanbieter in den USA. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um über 25 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA lag bei 657 Millionen Euro im Vergleich zu 589 im zweiten Quartal. Die EBITDA Marge im dritten Quartal lag bei 26,5 Prozent. Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde (ARPU) lag verglichen zum zweiten Quartal unverändert bei 52 Dollar.

T-Mobile UK [Link entfernt] konnte im abgelaufenen Quartal 15,2 Millionen Kunden erreichen, was einem Zuwachs im Quartal von 308 000 entspricht. Die Teilnehmerzahl in UK beinhaltet die Kunden von Virgin. Der Umsatz lag bei 1,1 Milliarden Euro. Das EBITDA stieg im dritten Quartal und erreichte 384 Millionen Euro. Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde ging währungskurs-bedingt leicht zurück und lag bei 30 Euro.

T-Mobile Austria konnte seine Kundenzahl von 2 Millionen auf dem hart umkämpften österreichischen Markt nur knapp halten. Der Umsatz stieg leicht um 12 Millionen Euro auf jetzt 222 Millionen. Das EBITDA wuchs um 16 Millionen auf 66 Millionen Euro, der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde stieg von 30 auf 31 Euro (jeweils gegenüber dem Vorquartal).

Im dritten Quartal konnte T-Mobile Czech Republic 55 000 zusätzliche Kunden gewinnen und liegt jetzt bei einer Gesamtzahl von 4,1 Millionen. Der Umsatz stieg um 9 auf 213 Millionen Euro, das EBITDA um 16 auf 105 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge konnte deutlich verbessert werden (43,6 auf 49,3 Prozent). Der durchschnittliche Monatsumsatz je Kunde blieb unverändert und lag bei 15 Euro (jeweils gegenüber dem Vorquartal).

29 000 Kunden mehr im dritten Quartal lautet die Bilanz von T-Mobile Netherlands. Insgesamt liegt die Kundenbasis jetzt bei fast 2,3 Millionen Kunden. Der Umsatz stieg leicht um 3 Millionen auf 270 Millionen Euro, der durchschnittliche Kundenumsatz pro Monat blieb unverändert bei 36 Euro. Dagegen konnte das EBITDA mit einem plus von 24 Millionen auf jetzt 55 Millionen deutlich gesteigert werden (jeweils gegenüber dem Vorquartal).