Netzinfo

o2: Falsche Netzanzeige mit UMTS-Karte

Neukunden in den Active-Tarifen erkennen D1-Roaming nicht mehr
Von Volker Schäfer

Früher konnte man sich darauf verlassen, dass man auch tatsächlich in dem Netz eingebucht ist, das auf dem Handy-Display angezeigt wird. Das ist seit einiger Zeit nicht mehr so. Schon der virtuelle Netzbetreiber Quam, der das GSM-Netz von E-Plus mitgenutzt hatte, hatte seine SIM-Karten so programmiert, dass zumindest zusätzlich zum Netznamen E-Plus auch der Schriftzug "Quam" im Display der Mobiltelefone erschien. Auch einige Service-Provider konfigurieren ihre SIM-Karten so, dass neben dem Namen des Netzbetreibers auch der Schriftzug des Providers im Display erscheint.

o2 ist neuerdings besonders einfallsreich. Schon viele im vergangenen Jahr ausgegebene SIM-Karten veranlassen das Handy dazu, "o2-de" anzuzeigen, wenn man im deutschen o2-Netz eingebucht ist. Somit umgeht man den veralteten Schriftzug "Interkom", der normalerweise bei der Nutzung älterer Geräte erscheinen würde und der für viele o2-Kunden, die nicht wissen, dass VIAG Interkom der frühere Name des Unternehmens ist, sicher verwirrend wäre.

Noch einen Schritt weiter geht der Münchner Netzbetreiber bei den neuen UMTS-fähigen SIM-Karten. Diese zeigen nämlich nicht nur im eigenen Netz, sondern auch im D1-Roaming "o2-de" als Netzkennung an. Lediglich bei Telefonen, die beispielsweise durch ein Dreieck den Roaming-Status anzeigen, lässt sich erkennen, ob man im Netz von T-Mobile oder im o2-Heimatnetz eingebucht ist.

Kunden wird ein bundesweit fast flächendeckendes Netz suggeriert

Im Ausland verhalten sich die UMTS-SIMs dagegen normal und zeigen groß den Namen des Netzbetreibers im Gastland an. Darunter erscheint in kleiner Schrift zusätzlich der Schriftzug "o2-de" - ähnlich wie bei früheren Quam-Karten oder bei SIM's diverser Service-Provider.

Den Kunden wird so ein vermeintlich bundesweit fast flächendeckendes Netz suggeriert. Das ist eine nette Spielerei, die weder Vor- noch Nachteile mit sich bringt, wie die Pressestelle von o2 Germany auf Anfrage von teltarif bestätigte. Denn in den o2 Active-Minutenpaketen gibt es keine Tarifunterschiede im Heimatnetz bzw. im D1-Roaming.

Anders sieht es z.B. bei Genion-Kunden aus, wo der Anrufmanager nur im Heimatnetz erreichbar ist, nicht aber, wenn man bei T-Mobile eingebucht ist. In einigen Tarifen rechnet o2 auch im eigenen Netz im 10-Sekunden-Takt ab, während im Roaming der 60/1-Sekunden-Takt gilt. Die Pressestelle versicherte auf Anfrage, dass diese Kunden auch mit aktuellen SIM-Karten weiterhin jeweils das korrekte Netz angezeigt bekommen.

Beim neuen Mobilfunkangebot von Tchibo erscheint anstelle des tatsächlichen Netznamens o2 der Name des Kaffeerösters im Handy-Display. Ist ein Tchibo-Kunde jedoch bei D1 eingebucht, so bekommt er auch die Kennung der Telekom-Mobilfunktochter angezeigt.