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Blackberry bald von allen Netzbetreibern

Prosumer werden aber nur von den D-Netzen bedient
Von Volker Schäfer

Research in Motion Blackberry, die Mobile Office-Lösung der kanadischen Firma RIM (Research in Motion) erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Neben Firmen entscheiden sich immer mehr Einzelunternehmer und auch Privatleute für das Konzept, das vor allem durch seinen E-Mail-Push-Dienst Bekanntheit erlangte.

T-Mobile und o2 waren Vorreiter

T-Mobile und o2 bieten die Blackberry Enterprise-Lösung für Geschäftskunden schon seit mehreren Jahren an. Hier werden eingehende E-Mails nicht nur automatisch auf den Handheld gepusht, der dank GPRS-Datenübertragung ständig mit dem Internet bzw. Firmen-Intranet verbunden ist. Es erfolgt auch eine echte Synchronisation mit den Daten auf dem Mailserver.

Das bedeutet, Mails kommen zeitgleich im Büro und auf dem Handheld an. Wenn man Mitteilungen löscht, beantwortet oder verschickt, wird der Datenbestand jeweils auf allen angeschlossenen Endgeräten entsprechend angepasst. Diesen Service lässt sich RIM allerdings teuer bezahlen: Für die Server-Lizenz verlangt RIM vierstellige Summen. Wie hoch die Kosten wirklich sind, ist davon abhängig, wie viele Blackberry-Anschlüsse in das Netz eingebunden werden sollen.

Neben den E-Mails werden auch Kalenderdaten bei Bedarf über das Mobilfunknetz abgeglichen, ebenso werden Kontaktdaten auf den Handheld übernommen. Hier erfolgt die Synchronisation aber nicht "over the air", sondern immer dann, wenn der Blackberry über die Docking-Station mit dem Büro-PC verbunden ist.

Inzwischen bietet neben T-Mobile und o2 auch Vodafone Blackberry Enterprise an. Bei E-Plus fällt der Startschuss in Kürze. Die technischen Voraussetzungen zur Einführung des Dienstes werden bereits getroffen und bei der niederländischen E-Plus-Muttergesellschaft KPN läuft bereits ein Betriebsversuch.

Blackberry auch für Einzelkunden

T-Mobile und Vodafone haben seit dem vergangenen Jahr auch eine so genannte Prosumer-Lösung im Angebot. Diese richtet sich an kleinere Unternehmen, Einzelunternehmer und auch Privatkunden, die ihre E-Mails auch unterwegs jederzeit empfangen möchten.

Für das Prosumer-Angebot ist kein spezieller Mail-Server erforderlich und auch die teueren Software-Lizenzen müssen nicht bezahlt werden. Ganz umsonst ist der Service, E-Mails auch unterwegs automatisch zu erhalten, aber dann doch nicht. 15 Euro plus GPRS-Übertragungsgebühren muss man investieren, um den Push-Dienst zu bekommen.

Wenig GPRS-Traffic dank Datenkompression

Standardmäßig bieten die Netzbetreiber für Blackberry ihre Datenpakete mit 2 oder 10 MB monatlichem Inklusivvolumen an. Das ist selbst für Poweruser völlig ausreichend, denn RIM komprimiert den Inhalt der elektronischen Post vor der Übermittlung auf den Handheld.

Außerdem werden in der Regel zunächst nur die Header-Daten und die ersten Zeilen einer E-Mail übermittelt. Erst wenn man den Text tatsächlich liest und nach unten scrollt, werden die restlichen Inhalte nachgeladen. Dateianhänge in gängigen Formaten können auf den Handhelds abgerufen werden. Auch hier erfolgt der Download aber nur dann, wenn man das ausdrücklich möchte.

In die Prosumer-Lösung können beliebige POP3- oder IMAP-Mail-Postfächer eingebunden werden, deren Inhalt von RIM im 15-Minuten-Takt abgerufen und gegebenenfalls auf den Handheld übertragen wird. Eine echte Synchronisation erfolgt nicht. Das heißt beispielsweise, Mails, die man am Blackberry empfangen hat, kommen zu Hause am PC nochmals an.

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