DVB-H

Im Test: Fernsehen auf dem Handy noch wackelig

Details, Testbericht und Probleme des Pilotprojekts in Berlin
Von Thorsten Neuhetzki

Noch ist das Bild ein wenig wackelig, die eingeblendete Schrift nicht zu lesen. DVB-H, das Fernsehen auf dem Handy, wird also greifbar. Mit zehn Kilowatt wird seit diesem Sommer auf Kanal 59 vom Berliner Fernsehturm ein handytaugliches TV-Signal abgestrahlt. Gut neun Kilometer vom Alexanderplatz entfernt - ganz im Süden Berlins - kommt das Signal auf dem Nokia 7700 an und wird dargestellt. Wir befinden uns auf dem Gelände der bmco [Link entfernt] , der Pilotentwicklung von Vodafone, in Berlin-Steglitz.

In einem Pilotversuch hat die bmco 20 Berlinerinnen und Berliner mit Testhandys ausgerüstet, die in diesem Sommer überall in Berlin Fernsehen schauen konnten. Die Programmauswahl war jedoch begrenzt: Mit dem Premiere-Spielfilmkanal 13th Street, dem Nachrichtensender N24, dem Sportkanal Eurosport und dem Shoppingsender RTL Shop wurden gerade einmal vier Programme mit den unterschiedlichsten Formaten ausgestrahlt. Diese Programme entsprachen exakt den Programmen, die auch per Kabel oder Satellit empfangbar waren. Anders bei einem weiteren Programm: Viva Plus [Link entfernt] .

Echte Interaktivität mit Viva Plus und einem Berliner City-Guide

Der Kölner Musiksender setzt seit längerem auf Interaktivität und lässt seine Zuschauer per Telefon und Premium-SMS über den nächsten zu spielenden Videoclip abstimmen. Im Pilotprojekt wurde dieses aufgegriffen. Statt aber mit normalen Einblendungen, die auf dem Handydisplay nicht lesbar gewesen wären, zu arbeiten, kam das Sendesignal speziell für DVB-H aufbereitet aus dem Kölner Sendezentrum. Die Einblendungen waren weg, das Video komplett zu sehen. Abstimmen konnten die Tester dennoch: Sie konnten sich neben dem Sendebild durch eine lange Liste mit Videoklicks klicken und einfach per Druck auf den Touchscreen abstimmen. So wird durch DVB-H echte Interaktivität erreicht.

In einem weiteren Teil des Testes waren auf Kanal 59 zahlreiche Stadt- und Lifestyle-Infos für Berlin zu empfangen. Das Gerät "lauscht" dabei, sobald es angeschaltet ist, in den entsprechenden Datenstream und speichert ihn im Gerät. So kann der Nutzer jederzeit, auch in der nicht mit DVB-H abgedeckten U-Bahn, in diesem interaktiven Pool nach Kinofilmen oder Stadtplänen suchen.

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