Tempo, Tesa, mobilcom

mobilcom fährt neue Markenstrategie

Der Service-Provider setzt künftig nur noch auf einen Namen
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Wer ein Klebeband haben möchte, bittet um "Tesafilm". Wer ein Papiertaschentuch benötigt, fragt nach einem "Tempo". In der Sprachwissenschaft spricht man in solchen Fällen von Antonomasie, ein Eigenname wird in diesen Fällen durch einen Markennamen ersetzt. Markennamen spielen auch im Mobilfunkbereich eine große Rolle. Auch hier wünschen sich die Unternehmen, dass ihr Markenname Bestandteil des aktiven Wortschatzes der jeweiligen Zielgruppe wird.

Das hat auch der Büdelsdorfer Service-Provider mobilcom erkannt: Ab sofort nutzt die mobilcom AG ihre Marke auch für ihre Vertriebspartner im Fachhandel. Die rund 1 200 aktiven Handelspartner können künftig das bekannte mobilcom-Design mit dem roten Quadrat übernehmen. Bisher lief der Vertriebskanal Handel unter der Fachhandelsmarke Cellway. Durch den gemeinsamen Marktauftritt will der Service-Provider den Wiedererkennungswert der Marke stärken. "In Zeiten harten Wettbewerbs setzt der Kunde sein Vertrauen in starke Marken", hat auch Vertriebsvorstand Michael Grodd erkannt.

Vom Mobilfunk-Aldi zum Markenunternehmen

mobilcom hat in seiner bewegten Geschichte schon einige andere kleinere Mobilfunk-Service Provider übernommen. DPlus, ursprünglich als TMG gegründet, wurde 2001 von mobilcom gekauft und bei der damaligen mobilcom-Tochter Cellway in Hallbergmoos eingegliedert. Cellway war aus einer Fusion der Unternehmen Proficom, Martin Dawes und Axicon entstanden und gehörte seinerzeit der France Télécom, die daran keinen Gefallen hatten, bis Gerhard Schmid das Unternehmen kaufte und zunächst unter eigenen Markennamen weiterlaufen ließ. Auf seiner Einkaufstour übernahm Schmid auch den kleineren Provider TelePassport, der vor Jahren mit Call-Back-Angeboten im Festnetz begonnen hatte.

Gerhard Schmid, der Gründer von mobilcom, war nach eigenem Bekunden als "Mobilfunk-Aldi" gestartet, seine Produkte, Ideen und der mitunter etwas holprige Service brachten dem Unternehmen aber schnell einen nicht sehr freundlichen, vom Schauspieler Manfred Krug in der Telekom-TV-Werbung aufgebrachten, Spitznamen ein. Die Mobilfunkkunden erwarten allerdings gute Beratung und Betreuung, sowohl vom Lieferanten als auch vom Service-Provider, der ihnen bestenfalls alle Netze, Geräte und das notwendige Drumherum aus einer Hand liefern soll. Ein Unternehmen wie DPlus (damals in Karlstein) hatte vollständig auf Fachhändler gesetzt und auf Großmärkte auf der grünen Wiese konsequent verzichtet. Sprichwörtlich war der Radio-Fernseh-Mann im weißen Kittel, der seinen Kunden das Handy noch persönlich erklärte und selbst die Hotline anrief, wenn es Probleme gab. Auch bei Cellway setzte man bald auf den Fachhandel und viele ehemalige DPlus-Händler stiegen nach der Firmen-Fusion nur zögerlich zu Marke Cellway um. Der Name mobilcom erschien ihnen vorbelastet.

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