Entscheidung

T-Com streicht xxl-Mindestlaufzeit

Bekommen betroffene Kunden ihr Geld zurück?
Von Björn Brodersen

Die T-Com muss in Zukunft in seinen Paketangeboten das Kündigungsentgelt streichen und die Kündigungsfrist von drei Monaten auf sechs Werktage verkürzen. Das hat jetzt die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) entschieden. Die Entscheidung der RegTP gilt für die Produkte T-Net xxl und T-ISDN xxl sowie T-Net calltime 120 und T-ISDN calltime 120.

Bei diesen Produkten der Festnetzsparte der Deutschen Telekom handelt es sich um Paketangebote bestehend aus einem Telefonanschluss, einem Optionstarif sowie aus zusätzlichen Nebenleistungen wie etwa einer T-Net-Box. Bislang konnten die Kunden das Kombi-Paket nur mit einer Mindestvertragslaufzeit von drei Monaten bestellen. Dagegen konnte man Optionstarife wie etwa Aktiv Plus xxl und calltime 120 schon innerhalb von sechs Werktagen kostenlos kündigen, die selben Bestimmungen gelten auch bei den reinen Telefonanschlüssen T-Net Standard oder T-ISDN. Gegen diese geänderten Konditionen bei den Bündelprodukten legten die Telekommunikationsunternehmen HanseNet, 01051 Telecom und der Bundesverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften (Breko) Beschwerde bei der RegTP ein.

Telekom stellte bei Kündigung "Strafgeld" in Rechnung

Betroffen waren offenbar vor allem Telekom-Kunden, die beispielsweise mit einem T-ISDN-Standard-Anschluss den Aktiv Plus xxl- oder den calltime 120-Tarif bestellten. Diese Kunden erhielten offenbar nicht nur den reinen Optionstarif zu ihrem bestehenden Telefonanschluss, sondern wechselten in das komplette Kombi-Angebot. Wollten sie den Anschluss und den Tarif wieder kündigen, um beispielsweise zu einem anderen Telekommunikationsanbieter zu wechseln oder einfach nur wieder einen normalen Analog- oder ISDN-Anschluss der T-Com zu haben, berechnete ihnen die T-Com dafür eine Wechselpauschale von 29,94 Euro. Nach Angaben des Düsseldorfer Rechtsanwalts Marc Schütze, der die 01051 und den Breko-Verband in beiden Verfahren vor der Beschlusskammer 2 der RegTP vertrat, bezogen von mehreren Millionen Telekom-Kunden mit einem Aktiv Plus xxl- oder calltime 120-Tarif nur wenige Tausend den Tarif in der Optionsvariante.

"Viele Kunden wollten nur einen Tarifwechsel, stellten aber bei der späteren Kündigung fest, dass die Telekom ihnen quasi ein Strafgeld in Rechnung stellte", sagte Schütze gegenüber der teltarif-Redaktion. Weder das alte noch das neue Telekommunikationsgesetz erlaubten ein solches Kündigungsentgelt. Vor allem kritisierte Schütze, dass auf der T-Com-Homepage [Link entfernt] die reinen Optionstarife Aktiv Plus xxl und calltime 120 nicht zu finden seien, sondern nur die entsprechenden Bündelprodukte mit der längeren Kündigungsfrist.

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