verwirrend

Editorial: Angriff auf die Tarifdatenbank

oder: Werden Preise ausgewürfelt?

Der zuständige Redakteur und sein Kollege in der Tariferfassung staunten schon nicht schlecht, als sie die neuen Preise von Fonfux und anderen Töchtern von Callax in die Tarifdatenbank einpflegten. Nicht weniger als 20 verschiedene Zeitfenster mit sechs unterschiedlichen Preisen galt es zu berücksichtigen. So gilt beispielsweise zwischen 18 und 19 Uhr ein Sonderangebot von 0,99 bzw. 1.0 Cent pro Minute. Die Stunde danach verdreifacht sich der Preis jedoch fast. Um 23 Uhr (werktags) bzw. 0 Uhr (am Wochenende) beginnt das nächste günstige Zeitfenster, auf das wieder etliche teure Stunden folgen.

Ein Schema lässt sich hinter den Zeitzonen und Preisen nicht erkennen. Mal sind es drei, mal vier, mal fünf teure Stunden, die auf eines der günstigen Zeitfenster folgen. Werktags telefoniert man zwischen 7 und 8 Uhr günstig, am Wochenende hingegen zwischen 9 und 10 Uhr.

Das Prinzip ist dennoch klar: Kein Kunde soll sich die Preise merken können. Wer die Vorwahl von Fonfux dennoch mal aufgeschnappt hat - sei es in einer Onlinetabelle für die aktuelle Stunde oder im Videotext - und diese dann später einsetzt, telefoniert mit hoher Wahrscheinlichkeit zum teuren Preis.

Ähnliches Tarifchaos gilt auch für Phonedump, Pennyphone und Phonecraft. Ein wahrer Fuchs kann sich alle Zeitfenster merken und telefoniert damit immer günstig. "Otto Normalverbraucher" hält hingegen am besten einen gebührlichen Abstand, damit der Fuchs ihn nicht fängt.