Fernsehen & Internet

Primacom: Kabelnetzbetreiber mit Internetangebot auf Minutenbasis

Angebot nur im ausgebauten Kabelnetz nutzbar
Von Mirko Hertrich
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Als erster Kabelnetzbetreiber in Deutschland bietet Primacom mit primatime ab sofort ein Internetangebot an, das auf Minutenbasis abgerechnet wird - allerdings nur regional begrenzt. Der Tarif primatime ist nach Angaben eines Sprechers lediglich in den speziell für den Internetzugang über TV-Kabel ausgebauten Netzen des Mainzer Betreibers verfügar. Entsprechend können derzeit nur rund 130 000 der über Primacom angeschlossenen Haushalte - überwiegend in der Region um Mainz sowie in Ostdeutschland - den neuen Tarif nutzen. Bislang gab es in Deutschland Internet-Angebote über TV-Kabel lediglich mit Volumenabrechnung beziehungsweise Flatrates.

primatime wird in drei Tarifgruppen angeboten - start, easy und pro. Je nach gewähltem Tarif sollen Downloadgeschwindigkeiten zwischen 128, 256 und 1024 kiloBit pro Sekunde möglich sein, die Datenrate beim Upload liegt bei 64, 128 und 256 kiloBit pro Sekunde. Das monatliche Entgelt für start beläuft sich auf 14,50 Euro. Dafür dürfen Kunden zehn Stunden ohne weitere Kosten über Kabel surfen. Der recherische Minutenpreis liegt also bei eher teuren 2,42 Cent pro Minute. Bei den Tarifen easy und pro sind in der monatlichen Grundgebühr von 22,50 bzw. 29,90 Euro jeweils 30 sowie 50 Online-Stunden mit inbegriffen. Die rechnerischen Minutenpreise betragen hier 1,25 bzw. 1 Cent. Ist das jeweilige Kontingent verbraucht, zahlen Internet-Surfer in allen Tarifen 0,99 Cent für jede weitere Online-Minute. Die Einrichtungentgelt beträgt jeweils 79 Euro. Nach Primacom-Angaben ist das für die Internet-Nutzung über Kabel notwendige Modem im Rahmen einer Sonderaktion seit Anfang Juli für 99 Cent erhältlich. Wielange diese Aktion angeboten wird, soll abhängig von der Kundenresonanz gemacht werden.

Mit der neuen Offerte will das Unternehmen vor allem Internet-Nutzer ansprechen, die noch per Moden oder ISDN im World Wide Web unterwegs sind. Der hoch verschuldete Kabelnetzbetreiber hat deutschlandweit nach eigenen Angeben rund eine Million Kunden. Erst kürzlich war eine Übernahme durch eine Tochter der US-Investorgesellschaft Apollo am Widerstand der Aktionäre gescheitert.

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