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DVB-H: Intelligenter als UMTS?

Der mobile Rundfunk ist in den Startlöchern

Auf der Konferenz TV meets mobile wurden heute die Möglichkeiten vorgestellt, die digitale Rundfunktechnologien künftig auf mobilen Endgeräten ermöglichen werden. Es scheint sogar fast so, dass die dafür verwendete Technik DVB-H vieles von dem ermöglichen wird, was UMTS ursprünglich versprochen hat, aber aus Kosten- und Netzkapazitätsgründen nicht halten konnte.

Die neue Technik "DVB-H" ermöglicht dabei nicht nur, digitales Fernsehen auf Handys wie den Prototyp Nokia 7700 zu übertragen. Vielmehr können ganz allgemein alle Inhalte, die in IP-Pakete gepackt werden können, über DVB-H übertragen werden. Das können also auch Internetseiten, Handy-Games oder Firmware-Updates sein. DVB-H-Handys sollen künftig auch in der Lage sein, Streams zu empfangen und zeitversetzt wiederzugeben.

Ebenso wird es hybride Inhalte geben, also beispielsweise eine aktuelle Formel-1-Übertragung, unter der sich Links befinden, mit denen zusätzliche Streams (wie Cockpit-Ansichten) oder aktuelle Daten (wie Rundenstände, Bestzeiten, Gesamtwertungen etc.) abgerufen werden können.

Verbraucher im Mittelpunkt; Kosten überschaubar, aber nicht null

Herr Dr. Hege von der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg, stellte auf der Konferenz dar, dass der Verbraucher im Mittelpunkt stehen muss, wenn DVB-H ein Erfolg werden soll. Die Dienste und Endgeräte müssen bezahlbar sein, die Preise transparent. In der Regel seien die Kunden für Medien-Inhalte nicht so zahlungsbereit wie für Mobiltelefonate, insbesondere dann, wenn man "pro Bit" rechnet. Vielmehr müsste die Abrechnung pro genutztem Inhalt erfolgen.

Professor Bernhard Walke von der RWTH Aachen erläuterte, dass das Verteilmedium DVB-H tatsächlich Vorteile bringen kann. Denn UMTS wurde als Punkt-zu-Punkt-Medium entwickelt. Zwar ließe sich eine Broadcast-Funktion nachrüsten, dieses wäre aber aus technischen Gründen nur effizient, wenn jeweils mindestens sieben Nutzer in einer Zelle auch den jeweiligen Kanal empfangen. Schon wenige Streams würden eine Zelle komplett auslasten. DVB-H deckt hingegen mit wenigen Sendern eine große Fläche ab.

"Alles kostenlos" mit monatlichen GEZ-Beiträgen wird es bei DVB-H nach den Erwartungen der Firmen jedoch nicht geben. Eher ist anzunehmen, dass die Inhalte in DVB-H wie bei Premiere verschlüsselt sind. Über ein Menü im Handy wird man den jeweiligen Stream bestellen können. Erst dann, wenn die Zahlung veranlasst ist, bekommt das Handy den Schlüssel übertragen, um die jeweiligen Inhalte freizuschalten. Angesichts der günstigeren Übertragungskosten ist jedoch zu hoffen, dass die Kosten für den Nutzer bezahlbar bleiben.

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