Referate

Vorsicht bei Dialern auf Internetseiten für Schüler

Bis zu 30 Euro berechnen Anbieter bei ahnungslosen Schülern
Von Thorsten Neuhetzki / dpa
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Für viele Schülerinnen und Schüler ist das Internet zum ständigen Begleiter geworden - auch wenn es um das Lernen und die Vorbereitung von Klausuren in der Schule geht. Doch angesichts der unüberschaubaren Menge an Inhalten gleicht die Suche nach Informationen zu bestimmten Themen jener nach der Stecknadel im Heuhaufen. Zudem wird die Gefahr, Anbietern aufzusitzen, die für die Nutzung ihrer Angebote horrende Beträge verlangen, immer größer. Wer das Internet für die Schule nutzen will, muss daher in doppelter Hinsicht auf Draht sein - und hin und wieder auch ein vermeintlich altmodisches Lehrbuch in die Hand nehmen.

Hausaufgaben-Innternetseiten mit Kostenfallen

Doch das ist nicht das einzige Risiko von Schülern, die das Netz als Hilfe für die Schularbeit nutzen: Wenn sie auf zweifelhafte Homepages geraten, ist schnell eine Menge Geld verloren. "Unseriöse Anbieter entdecken immer neue Methoden, mit denen sie die Nutzer abzocken können", weiß Dagmar Kerschbaumer von der Kampagne "SaferInternet" der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) in Bielefeld.

"Ehe die Schüler Zugang zu den Webinhalten haben, müssen sie sich das Einverständnis für das Herunterladen und Einrichten von Anwählprogrammen, so genannten Dialern, holen. Das Okay ist schnell geklickt, und schon klingelt bei den Anbietern die Kasse", weiß Kerschbaumer, Denn nach der Installation eines Dialer-Programmes kostet das weitere Surfen pro Minute häufig bis zu 1,86 Euro.

Manche Anbieter verlangen für die Nutzung ihrer Seiten auch hohe Pauschalbeiträge. Zwar müssen sie über diese Auskunft geben, doch die Preisinformationen sind oft sehr gut versteckt. Die Abzocker wissen, dass sich viele über diese Kostenfalle nicht bewusst sind. "Die Ahnungslosigkeit wird schamlos ausgenutzt", sagt Gabriele Emmrich von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt (VZSA) in Halle.

Selbst wer eine bestimmte Hausaufgaben- oder Referate-Homepage seit längerem nutzt und nie eine teure Überraschung erlebt hat, ist nicht vor einer hohen Rechnung sicher: "Auch Seiten, die vor einiger Zeit noch gratis nutzbar waren, kosten inzwischen Geld", warnt Dagmar Kerschbaumer. Daher müsse grundsätzlich ganz genau hingesehen werde: "Es ist wichtig, vorher das Kleingedruckte zu lesen. Die Preisangaben stehen oft gut versteckt am Rand oder im Fließtext." So steht gar auf der Seite Hausaufgaben.de am Ende der Seite, das Angebot sei nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geeignet und eine Einwahl koste 29,95 Euro.

Einzelne Wörter nachschlagen fördert den Lernerfolg

Wer unter den gefundenen Informationen mit einzelnen Wörtern nichts anfangen kann, braucht nicht mit dem Lesen aufzuhören: In solchen Fällen lohnt es sich, ein Lexikon zur Hand zu nehmen und nachzuschlagen. Dieses möglicherweise altmodisch erscheinende Vorgehen verhindert laut Becker zugleich, das im Internet Gelesenes einfach abgeschrieben wird - der Lerneffekt dabei sei gleich null.

Auch Erwin Seidel, Lehrer aus Dresden, hält das Lernen mit Hilfe des Internets nur für sinnvoll, wenn zusätzlich weiterhin Schulbücher und Lexika genutzt werden: "Wer seine Recherche-Ergebnisse aus dem Netz mit denen aus Nachschlagewerken vergleicht und alles in eigenen Worten zusammenfasst, hat in einem Referat die besten Chancen auf eine gute Note." Besondere Vorsicht ist geboten, wenn im Netz gefundene Arbeiten anderer Schüler genutzt werden. Diese enthalten nach Seidels Worten nicht selten Fehler. "So passiert es oft, dass falsche Informationen übernommen werden."

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